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herziehenden ernsten Bauer, der in einem vergitterten Kasten Hüner und Enten zum Verkauf nach der Stadt führt, im auffallenden Kontrast. Überhaupt giebt dieß ganze Gewühl schon ein paar Meilen vor Mitau der Landstraße eine Lebendigkeit, die den Weg selbst sehr unterhaltend macht. Endlich erblickt man die Thürme, dann die Stadt selbst, die sich in der Ferne recht vortheilhaft ausnimmt, und über eine, ziemlich verfallene Brücke, nachdem man die an selbiger stehende Schildwache durch den lauten Ausruf: Sdeschni! (Hiesige) beruhigt hat, langt man in Mitau an.




Die Gouvernementsstadt Mitau.

Mitau zur Johanniszeit und Mitau außer derselben, gewährt zwey ganz verschiedene Gemälde. Ich würde die Stadt mit dem Nil vergleichen, der zu gewissen Zeiten seine Ufer verläßt, sie überschwemmt, und dadurch fruchtbar macht; oder, wenn das Bild nicht zu gewagt wäre, mit der Proserpina, die einen Theil des Jahres im Tartarus verlebte,


Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 387. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/402&oldid=- (Version vom 12.5.2019)