Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/404

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seine Kollegen und rief in einem fort: „was für ane schaine Wirthin!“ – Bey der Ankunft in Mitau von Doblen her hat man die Wahl, entweder auf der Großen-, Schreiber- oder Judenstraße seinen Einzug zu halten. Der bescheidenste ist unstreitig der durch die letztere. Sie ist ungepflastert, mit größtentheils kleinen Häusern besetzt, und, angemessen ihrem Bilde und ihrer Überschrift, als Judengasse, gar nicht geeignet, einen großen Begrif von der Schönheit der Stadt beyzubringen. Man gewinnt aber wesentlich für seinen Wagen und die von der Reise ermüdeten Pferde; denn das Pflaster der andern Straßen gleicht an mehreren Stellen eher zerstreuten Klippen, als geordneten Steinen, Hat man jedoch endlich sein Quartier — es sey nun mit oder ohne Empfehlung Judäas — erreicht, und liegt dieses in einer guten Straße, so ist es schon unterhaltend, die Menge der Equipagen, Reiter und Fußgänger zu betrachten, die in allen Richtungen die Stadt durchkreuzen — und man findet Gelegenheit, alle Spielarten des Fuhrwerks, vom Leiterwagen an bis zur prächtigsten Staatskutsche, zu mustern. Bereits eine

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 389. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/404&oldid=- (Version vom 19.5.2019)