Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/407

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

diese Freuden im Schweiße seines Angesichts ärndten. Ich babe manchen Herrn und manche Dame gesehen, denen es auf die Weise sauer genug wurde, sich zu vergnügen, und die sich für ein jahrelanges stilles Landleben, mit vielem Gelde, und selbst mit Aufopferung des Schlafs und der Gesundheit, Erinnerungen aus der Mitauer Johanniszeit einkauften. Wenn ein ächter Kunstgeist in diesen Erinnerungen lebt, so sind sie Gewinn für das Daseyn, wo die Vergangenheit ihren ganzen Schatz der Erinnerung vertraut, und Erfahrung aus diesem die Kosten der Gegenwart bestreitet. Nur müssen die Erinnerungen nicht den Wachsfiguren gleichen, bey denen das Leben in den kalten starren Bildern mehr schreckt als erfreut.

Der ganze Tag wird also, wie man gesehen hat, von Künstlern und Gauklern, von Kunst und Spaß, in Beschlag genommen; aber auch von dem Reste sollen noch einige Groschen abfallen, und bis zum grauenden Morgen ziehen Leyern, Papagenoflöten und Tambourins durch die Straßsen, gleichsam als müßte die Ruhe um jeden Preis gebannt werden, und sie die einzige seyn, der kein

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 392. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/407&oldid=- (Version vom 19.5.2019)