Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/410

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Lippen als ob er rechnete. So macht die Anstrengung beym Geschäfte, indem es durch subjektive Wichtigkeit, oder durch die Neigung, mit der es ergriffen wird, Leidenschaft erweckt, für die äußere Umgebung fühllos, und hat sogar den ästhetischen Werth, ein inneres Leben empor gerufen zu haben. Gewiß hat selbst Archimedes, der, bey ihn umgebender Gefahr, seine Zirkel zu bewahren bat, nicht inniger seine Wissenschaft umfaßt, als hier unsre Peripatetiker die Kreise ihrer Johannisrechnungen. Wenn man die Menge von Geld sieht, die um diese Zeit hier gezählt oder getragen wird, so sollte man Kurland für eine der reichsten Provinzen Rußlands halten. Eine Voraussetzung, die jedoch bey genauerer Kenntniß der Geschäfte verschwindet; denn dasselbe Kapital läuft oft durch zehn und zwanzig Hände in größern und kleinern Summen. Ein wahrer Proteus, wechselt hier das Geld jeden Augenblick als Equivalent eines andern Werthes, bis es endlich, oft und frey erblickt, im Kasten verschlossen seine Beschwörungen für den Moment endet. Einen sehr richtigen Beweis, wie oft das Geld hier in Umlauf

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 395. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/410&oldid=- (Version vom 19.5.2019)