Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/431

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aber bewahrt die Geschichte genauer in ihren Denkmalen, Auch scheint es im Grunde zweckmäßiger, die Tugenden in der Tradition fortleben zu lassen: sie gehen dann mehr von Mund zu Mund und von Herzen zu Herzen. —

Das Gebäude des bisherigen akademischen Gymnasiums, welches der Herzog Peter im Jahr 1774 stiftete, das aber seit kurzem, als solches, aufgehört hat, und in ein Gymnasium illustre umgewandelt ist, wurde an der Stelle, wo ehemals das sogenannte Palais stand, in der Palaisstraße, vor dem noch lebenden sehr geschickten Architekten Severin Jensen, einem gebornen Dänen, der lange in Italien und namentlich an dem Schlosse zu Caserta gearbeitet hat, erbaut. Unstreitig ist dieß Gebäude eins der schönsten in Kurland und eine wahre Zierde der Stadt. Die prächtige 170 Fuß lange Façade schmückt ein von sechs römischen Säulen getragenes Fronten, auf welchem die Kolossalstatuen des Apoll und der Minerva stehen. In der Mitte des unter dem Fronton laufenden Frieses liest man auf einer schwarzen Platte mit goldenen Buchstaben die

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 416. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/431&oldid=- (Version vom 19.5.2019)