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von Offenberg, bemerke ich als vorzüglich zwey antike Marmorbüsten, nämlich ein junger Nero und der Kopf des Marcellus. Ferner der Kopf der Ariadne in Kolossalgröße, und die berühmte tragische Muse im Museo Clementino, beyde aus karrarischem Marmor von einem neuern römischen Künstler vortreflich gearbeitet. Auch die Marmorbüste des Vaters des Herrn Besitzers, von Schadow, verdient Erwähnung, und ist schön ausgeführt. Von Gemälden sind folgende die merkwürdigsten und schönsten:

  • Die priesterliche Zusammengebung Josephs und Mariens, von Lukas Cranach 1460 gemalt. Eim höchst seltenes Stück; die Farben sind so frisch und lebendig, als wäre das Gemälde eben erst vollendet.
  • Eine Madonna mit dem Kinde; Lebensgröße, von Morillio. Die richtigste Zeichnung, ein markiger Pinsel. und die herrlichste Vertheilung von Schatten und Licht zeichnen dieß Gemälde besonders aus.
  • Zwey vortrefliche Landschaften von Robertson.
  • Eine kleine Landschaft von Franz Kobe.
  • Ein römischer Soldat, halbe Figur; von einem unbekannten aber sehr braven Künstler aus der italienischen Schule.
  • Ein Johannes in der Wüsten; gleichfalls aus der italienischen Schule.

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 428. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/443&oldid=- (Version vom 19.5.2019)