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An Gasthöfen fehlt es Mitau nicht, und ich glaube gewiß, daß, die Johanniszeit ausgenommen, selten in Mitau so viel Fremde sind, als Gasthöfe. Sie scheinen auf die Weise gleichsam in Vorrath für eine künftig größere Bevölkerung angelegt zu seyn, für die, beyläufig gesagt, auch übrigens in Mitau nicht übel gesorgt werden mag. Den vorzüglichsten Ruf haben das Hotel de Petersbourg, die Stadt Moskau und die Sonne. Im letzteren Gasthofe zeichnet sich zwar nicht eben das Logis, wohl aber die Tafel vor allen andern aus, ohne doch theurer zu seyn als in den übrigen.

Mitau, als Gouvernementsstadt, ist zugleich die Kreisstadt der Mitauischen Oberhauptmannschaft, zu welcher die Stadt Bauske und die Flecken Doblen und Schönberg gehören, und die einen Flächeninhalt von 4592 Quadrat-Wersten enthält, in welchem 63,567 Seelen männlichen, und 59,281 weiblichen Geschlechts wohnen, und 79 Krons- und 94 Privatgüter (die Beyhöfe ungerechnet), 24 Pastorate, 10 Kronsforsteyen und 585 Bauergesinde gelegen sind.

Der Leser mag mit diesem flüchtigen Gemälde von Mitau zufrieden seyn; er mag, wenn er es flüchtig gezeichnet fand, bemerken, daß, so wie ich auf der einen Seite es mir zur Pflicht machte, eine treue und wahre

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 434. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/449&oldid=- (Version vom 19.5.2019)