Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/54

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am Bache. Wann am Sonntage durch die zahlreiche Gemeinde des Ambothenschen Kirchspiels oder auch an Markttagen, deren zwey hier im Jahre bestimmt sind, die Gegend rings umher durch eine auf- und niederströmende Menschenmenge bevölkert wird, so wird sie dadurch noch reizender, wozu selbst die weiße Kleidung, welche hier das Landvolk fast allgemein trägt und die dann allenthalben im grünen Gcbüsch hervorschimmert, nicht wenig bey trägt. Obgleich hier der Horizont nicht sehr weit reicht, sondern allenthalben von höheren Bergen in der Ferne begrenzt wird, so ist die Aussicht hier doch herzergreifend und beweist, daß die Männer der Vorzeit in der Wahl ihrer Wohnungen und Festen, die Schönheiten der Natur eben so wenig, als eine feste, sichere Lage übersahen. Die Stelle, wo der Heermeister Gröningen die das Schloß belagernden Feinde aus dem Hinterhalte überfiel, ist wahrscheinlich die an die Nordseite der Berge stoßende Fläche nach dem Privatgute Backhusen, wo ehemals gewiß ein tiefer Wald gestanden hat.

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 43. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/54&oldid=- (Version vom 24.2.2019)