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Die mehresten Bewohner sind Handwerker, die für die benachbarte Handelsstadt Liebau und die umliegende Gegend arbeiten; man könnte Grobin für eine Vorstadt von Liebau halten. Besonders wohnen hier viele Huthmacher; beynahe aus dem dritten Hause ragt eine Stange heraus, an der ein blecherner Huth hängt. Wenn es schwer ist, viele Köpfe unter einen Huth zu bringen, so mag es hier, für so viel Hüthe Köpfe aufzufinden, eben auch nicht leicht seyn. Daher sieht man denn auch auf allen Märkten in Kurland die Grobinschen Huthmacher ihre Waare feil bieten. Früher war Grobin eine beträchtliche Stadt, und das nahe dabey gelegene Liebau lebte vom Handel, den jene trieb, Doch die Mutter steuerte hier die Tochter so reichlich aus, daß die erste in ihrem Alter verarmte, und nun umgekehrt von ihr Unterstützung empfängt,

In Grobin stand ehemals eine beträchtliche Burg der Kuren, von deren Königen einer hier residirt haben soll. Diese alte Burg ward durch den Heermeister Werner von Breithusen nach einer gewonnenen

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 72. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/83&oldid=- (Version vom 2.3.2019)