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und durch Unterstützung hoher und guter Gönner die Römischen und Griechischen Alterthümer, und brachte es in kurzer Zeit ausserordentlich weit. Schon seit vielen Jahren her verfertigt er die ausgesuchtesten Stücke aller Art. Er ahmt alles, was man ihm vorlegt, auf das vollkommenste nach. Besonders stark ist er im historischen Fach. Seine allergrößte Force aber hat er im Poträtiren. Er bildet jeden nach dem Leben, und trifft zum Sprechen, wenn er sich nur zuvor eine Copie in Wachs hat verfertigen können, wozu er sehr wenig Zeit braucht. Doch, in Ermangelung schneidet er eben so treu und gut nach wohlgetroffenen Gemählden, Medaillen, Zeichnungen und Kupferstichen. Ja, er vermag das sogar bloß durch Hülfe seiner glücklichen Einbildungskraft. Man darf ihm nur erlauben die Person, welche er porträtiren soll, so lange anzusehen, bis sich ihr Bild recht lebhaft in seiner Seele eingedruckt hat, und er schneidet dann bloß nach diesem Bild, das seiner Imagination vorschwebt, und trifft es sicher. Eben auf diese Art verfertigt er gegenwärtig das Brustbild seines gnädigsten Landesvaters Ernst Friedrich aufs neue. Dessen Frau Gemahlin, Sophia Antoinetta, hat er schon achtmahl

Empfohlene Zitierweise:
Anonym: Von Koburgischen Künstlern in: Journal von und für Franken, Band 6. Raw, Nürnberg 1793, Seite 270. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Von_Koburgischen_K%C3%BCnstlern.pdf/14&oldid=- (Version vom 1.8.2018)