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Bernhard Endrulat: Von einem verlorenen Posten. Ein Buch der Erinnerung an Schleswig-Holstein.

Dithmarschens ihre Abhängigkeit wahrscheinlich weniger drückend erscheinen und so verhielten sie sich ruhig. Um das Jahr 1030 aber siedelte ein Graf Lippold von Stade nach Dithmarschen hinüber, um das Land abgesondert von Stade zu beherrschen. Wie er sich zu dem eigentlichen Inhaber der Grafschaft, Siegfried II., dessen Verwandter er war, verhalten habe, und unter welchen Bedingungen die Trennung vor sich ging, leuchtet aus den Chroniken nicht recht ein.

Bei dem bekannten und gefürchteten Freiheitssinne der kräftigen Bauern konnte Graf Lippold’s Gedanke, die Herrschaft im Lande selbst auszuüben, nicht wohl durchgeführt werden, wenn er sich nicht auf eine starke Feste in Dithmarschen stützen konnte. Da soll er denn das Schloß zu Burg, dem Hauptorte des gleichnamigen Kirchspiels, angelegt haben. Die Bökelenburg hieß sie, weil sie auf einem mit Buchen bewachsenen Hügel erbaut wurde oder sich doch ein Buchengehölz in ihrer Nachbarschaft befand.

Ob die getroffene Maßregel sich bis an’s Ende Lippold’s als ausreichend bewährte, ob er eines natürlichen Todes gestorben ist, oder ob die Dithmarscher ihn aus Liebe zur Freiheit erschlagen haben, darüber läßt uns die Geschichte im Dunkeln. Dagegen führt sie ausdrücklich an, daß Lippold’s beide Nachfolger, die gleich ihm im Lande wohnen und herrschen wollten, die Grafen Dedo

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Bernhard Endrulat: Von einem verlorenen Posten. Ein Buch der Erinnerung an Schleswig-Holstein.. Gustav Carl Würger, Hamburg 1857, Seite 269. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Von_einem_verlorenen_Posten-Bernhard_Endrulat-1857.pdf/289&oldid=- (Version vom 1.8.2018)