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Die Antwort war, Basel solle sich in allen Vorkommenheiten keck und trostlich halten und bei drohender Gefahr sofort Nachricht geben. Die Eidgenossen würden mit aller Macht zur Hilfe heranziehen; eine Besatzung mit schweizerischen Söldnern wurde schon jetzt zugesagt.

Basel seinerseits ließ es an nichts fehlen. Es verstärkte seine Mauern, legte Verhaue Gräben Bollwerke an. Und da es von einem Wunderkünstler in Nürnberg hörte, genannt Heinrich der Visierer, der ein Mittel gefunden haben sollte, um Mauern und Zwinger vor Sturm sicher zu stellen und das Eindringen in die Stadt unmöglich zu machen, so berief es ihn, damit er diese Kunst in Basel zeige. In demselben Nürnberg kaufte es Schlangenbüchsen Hakenbüchsen u. dgl. Von Rotweil erbat es sich einige Büchsenmeister. Durch Meister Jos ließ es eine neue Hauptbüchse, den „Widder“, gießen, durch Meister Konrad Tugy große Mengen Büchsenpulvers bereiten. Die ungewöhnliche Gefahr zwang zur Vermehrung der Mannschaft, zur möglichst guten Besetzung des Kommandos. Daher der kriegserfahrene Veltin von Neuenstein, der seit 1473 als Söldner diente, nun in dauernder Weise auf Lebenszeit der Stadt verpflichtet, der Ritter Herman von Eptingen als Hauptmann angestellt wurde. In Nürnberg Ulm Ueberlingen Rotweil warb der Rat einige Hundert Handbüchsenschützen.


Karls Pläne wurden nicht gestört durch den Waffenstillstand, den er am 27. November zu Neuenburg am See hatte abschließen lassen. Eine solche Waffenruhe gab ihm Zeit zur Erledigung der lothringischen Angelegenheiten und gestattete einen nochmaligen Versuch, die Eidgenossen von der Niedern Vereinigung zu trennen. Den Unterhändler machte der Rötler Markgraf Rudolf, der bisher sich von allen Bewegungen fern gehalten hatte, jetzt aber hervortrat, weil seine Verpflichtungen, gegen Burgund einerseits, gegen Bern andrerseits, ihm bei einem Kriege jedenfalls, von hier oder von dort, Schaden bringen mußten. Daher auch, nachdem ihm der Abschluß des Stillstands geglückt war, seine Bemühungen für eine Verlängerung über den 1. Januar hinaus. Aber die am 6. Dezember zu Basel tagende Vereinigung wollte von einer Verlängerung nichts wissen, namentlich auf Betreiben Herzog Sigmunds, der alle Friedensprojekte des Kaisers zurückweisend ihn im Gegenteil bat, das Reichsbanner gegen Burgund aufzuwerfen, und im übrigen seine Sache nicht von derjenigen der Schweizer trennen wollte. Diese aber lehnten einen Entscheid ab, weil sie nur Helfer des Krieges seien und die Sache bei Herzog Sigmund stehe. So endete der Waffenstillstand, und das gewaltige Jahr 1476 brach an.

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 90. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/111&oldid=- (Version vom 8.8.2016)