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mit allem Uebrigen dahingingen. Im Sommer 1482 vernahm der Rat, daß Konrad damit umgehe, die an Basel verpfändete Herrschaft hinter Basels Rücken einem Dritten zu verkaufen, und zur gleichen Zeit ergaben sich Fehler in seiner Kassenführung als Landvogt. Die Dreierherren wurden sofort mit strengen Instruktionen nach Münchenstein hinausgesandt. Sie sollten genaue Rechnung von Konrad fordern; würde er sich sperren oder sonst ungebührlich benehmen, so hatten sie Vollmacht, ihn samt Frau Schwager und Schwiegermutter, die Alle bei ihm saßen und zehrten, zu verhaften. In das Schloß legte der Rat Mannschaft und kündete die Vogtei zur neuen Besetzung aus.

Wenn dann auch eine Form der Abrechnung zwischen Konrad und dem Rate gefunden wurde, so war doch der Streit eröffnet. Konrad erhob die Klage, daß ihm Basel sein väterliches Erbe vorenthalte, und lud die Stadt vor das Rotweiler Gericht; später wurde gütlich verhandelt vor Wilhelm von Rappoltstein als Schiedsrichter. Aber weder hier noch dort kam es zu einem Schlusse. Bald auch war von diesem Handel zwischen Konrad Münch und Basel gar nicht mehr die Rede, sondern an Konrads Stelle trat Solothurn Basel gegenüber.

Die Territorialpolitik der Stadt Solothurn wurde schon wiederholt erwähnt. 1483 erneuerte sie das Burgrecht Veltins von Neuenstein, der früher Basler Söldnerhauptmann gewesen war, und ließ sich sein Schloß bei Laufen für ewig als offenes Haus verschreiben; 1484 kaufte sie Seewen, 1485 die Herrschaft Dorneck. Unmöglich konnte sie hiebei stehen bleiben. Alles was sie bis dahin im Birstal zu Stande gebracht, erhielt seine volle Bedeutung erst dann, wenn auch Münchenstein erworben wurde und dergestalt das solothurnische Territorium bis zum Rheine reichte und Basel vom Sisgau trennte.

Der Kaufliebhaber, von dem Basel im Sommer 1482 hatte reden hören, war Solothurn gewesen. Im Streite der letzten Jahre stand es hinter Konrad und mit diesem zusammen focht es nun gegen das Basler Pfandrecht.

Basel war auf Alles gefaßt. In Münchenstein hielt es eine ständige Besatzung, armierte aber auch die übrigen Schlösser. Durch unzählige Briefe Gesandtschaften Konferenzen äußerte sich die Erregung. Am 10. März in Luzern, wo auch Basler Gesandte anwesend waren und die Verwendung der Eidgenossen begehrten, sprach Solothurn den festen Willen aus, vom Kaufe Münchensteins nicht zu lassen, ihn vielmehr wenn nötig selbst mit Gewalt zu behaupten. Im April zu Solothurn trafen die Meinungen

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 117. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/138&oldid=- (Version vom 22.8.2016)