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einzelnen Moment Opportune; als allgemeine Erwägung kommt nur in Betracht, daß die Stadt bei kaiserlicher Majestät nicht als ungehorsam gelten soll.

Wir dürfen Basel nicht darum gering schätzen, daß es so handelte. Was konnte die Stadt vom Reich erwarten, wenn sie ihm auch noch so große Opfer brachte? Sie selbst aber hatte gerade in diesen Jahren die schwersten Anfeindungen zu bestehen, bei denen es um ihre Freiheit und ihren Bestand ging. Nur eine solche Politik hielt sie aufrecht; und dabei hatte sie das Beispiel aller Stände.

Von Reiz ist nun aber, das Verfahren zu betrachten. Schon äußerlich an dem jetzt virtuos ausgebildeten Kanzleistil, mit dem die Stadt die besten Gesinnungen zu zeigen vermag und sich doch zu gar nichts verpflichtet. Dann an der Tätigkeit der städtischen Unterhändler.

Wir finden diese vor allem auf den zahlreichen Städtetagen. Von dem Gefühl der Gemeinsamkeit freilich und dem Zusammenarbeiten, das noch ein halbes Jahrhundert früher diese Konvente erfüllte, ist jetzt wenig mehr zu finden. Die Zersplitterung, die das gesamte Reichswesen kennzeichnet, trifft auch das städtische Element. Die Städte sind sich fremder als ehedem. Was sie jetzt noch zusammenführt, sind selten die innern Erlebnisse, vielmehr das Verhalten zu Kaiser und Reich und das Bedürfnis, sich über die beste Art der Ablehnung von Reichslasten zu besprechen. Fast ausnahmslos ist Lienhard Grieb der Gesandte Basels auf diesen Tagen; wie er die Stadt bei der Niedern Vereinigung vertritt, so auch bei den Zusammenkünften draußen im Reich, in Ulm, in Eßlingen, häufig in Speyer. Hier haben wir ihn uns vorzustellen, wie er der gute Bekannte all der angesehenen Deputierten andrer Städte ist, mit denen er immer wieder zusammentrifft, des Sigmund Gossembrot von Augsburg, des Ulman Stromer von Nürnberg, des Hans Nithart von Ulm, des jungen Walther Schwarzenberg von Frankfurt a. M., wie er als geschickter Geschäftsmann, beobachtend klug reserviert das Wesen seiner Stadt vollkommen darstellt und ihr Ehre erwirbt.

Der zweite Ort, an dem Basel auftritt, ist das kaiserliche Hoflager selbst. Hier, wo die größte Geschicklichkeit vonnöten ist, handeln für Basel meist Heinrich Zeigler sowie die Stadtjuristen Durlach und Helmut, zeitweise auch Grieb.

Endlich die Reichstage. Bei diesen gilt es wesentlich Repräsentation, daher wir hier den Bürgermeister Hans von Bärenfels als Gesandten sehen.

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 125. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/146&oldid=- (Version vom 28.8.2016)