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Nach der Zeit leidenschaftlichster Anstrengungen und Kämpfe ward es zunächst eine Weile hindurch stille in der politischen Geschichte Basels.

Der Krieg hatte alle Kräfte in Bewegung gesetzt, und sein Ausgang schuf schwere Lasten; das Konzil ließ hinter sich weite Formen, die nichts mehr zu fassen hatten, Gewöhnungen und Ansprüche, denen nichts mehr entgegenkam. Das Zusammentreffen all dieser Schwierigkeiten bedeutete eine ungeheure Krisis für die Stadt, durch die hindurch der Weg zu finden war.

Aber dies geschah durch eine Bürgerschaft, die sich als Siegerin fühlen konnte. Mit der Kraft solchen Hochgefühls vollzog sich nicht nur die Abrechnung mit dem Geschehenen, deren sichtbarstes Zeugnis die wiederholten Steuererhebungen dieser Jahre sind, sondern wurde auch das Neue begrüßt, das sich schon wieder regte und eine Zukunft voll Unruhe verhieß. Alles was Basel in diesen Jahren an erledigender wiederherstellender aufbauender Arbeit vollbrachte, tat es mit der Hand am Schwerte.

Um Großes handelt es sich dabei freilich nicht. Die Welt ringsum war in diesen Jahren noch mit der Wiedereinrichtung ihres eigenen in Verwirrung geratenen Wesens beschäftigt. Aber gerade weil die großen Aktionen fehlen, treten uns die zahllosen kleinen Anfechtungen um so geräuschvoller entgegen. Im Einzelnen unerheblich und nichtswürdig, gaben sie doch der Stadt zu tun genug, und jedenfalls sind sie in ihrer Gesamtheit von geschichtlicher Bedeutung.

Wir greifen aus der wimmelnden Fülle nur wenige Gestalten und Ereignisse heraus.

Zunächst den vielgenannten Ritter Adam von Ansolzheim. Schon 1445 war er auf der Liste der von Basel verbannten Edeln gewesen; in der Folge trat aber diese Feindschaft zurück, und er gab Basel erst wieder zu schaffen, als er wegen eines Zwistes mit Graf Hans von Freiburg Fehde gegen Bern führte, dessen Bürger der Freiburger war, und hiebei die oberrheinischen Lande mit Raub und Gewalttat heimsuchte. Da machte Basel mit bemerkenswerter Entschiedenheit seinen Beruf eines Wächters des Landfriedens geltend; um die Straßen ungefährdet zu halten,

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/24&oldid=- (Version vom 1.8.2018)