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Preis für die Mühen, die der Stadt im Kriege mit Österreich und dem Adel erwachsen waren, und die Freude an einer solchen großen Tat wird uns kaum verkümmert durch den Gedanken, daß der Zustand vielleicht nur wenige Jahre gedauert und Karl von Burgund auch bei solcher Lage der Dinge Mittel gefunden haben würde, um diese Gebiete an sich zu reißen.

Aber es kam überhaupt nicht dazu.

Während Thüring von Hallwil im Aufträge des Herzogs mit den Baslern verhandelte und der Abschluß des Geschäftes auf Anfang Mais 1463 verabredet wurde, erhob sich im Rücken des österreichischen Unterhändlers selbst die heftigste Opposition. Sie ging aus von den zur Verpfändung bestimmten Gebieten. Die Schultheißen und Räte der Städte und die Einungsmeister des Schwarzwaldes wendeten sich im Frühjahr 1463 an den Herzog mit dem dringenden Verlangen, sie beim Hause Oesterreich zu behalten und nicht an Basel zu geben. Durch Brief und Botschaft trugen sie ihre Sache vor. Am lautesten heftigsten jedenfalls die Stadt Rheinfelden, wo der natürliche Neid der kleinen Landstadt auf die nahe „unerreichbare Rivalin“ sich mit einem ganz spezifischen Hasse verband. Für die österreichische Opposition gegen Basel rings in den Landen war Rheinfelden seit jeher der Standplatz; dazu das beliebte Refugium von Baslern, die zu Hause unmöglich geworden waren, von der Sezession der Hohen Stube 1414 an bis zu dem ungetreuen Salzmeister Claus Hauenstein; gerade jetzt waren zwei solche Basler an der Spitze des Städtchens: der flüchtige Werner Ereman als Schultheiß und Walther Baumgarter als Stadtschreiber. Über solche lokale Stimmungen und Traditionen hinaus wirkte in all diesen Gebieten ein alter nachbarlicher Widerwille. Durch Grenz-, Zoll- und Schiffahrtstreitigkeiten, in Händeln und Neckereien hatte er sich bis dahin erwiesen. Jetzt sah er die Herrschaft Basels kommen, die den Waldstädten den Verlust ihrer Verkehrsrechte zu bringen drohte.

Basel erfuhr dies Alles. Und die Folge war eine völlige Änderung seiner Politik. Wir erfahren nichts von den Kämpfen, die um diese Sache in den Ratssälen gefochten wurden; aber die Demission des Bürgermeisters Hans von Flachsland im Mai 1463 ist wohl damit in Verbindung zu bringen. Was Basel von Anbeginn als Beigabe zur Beherrschung der Waldstädte voraussehen konnte, Unruhe und Kampf aller Art, stellte durch das Vorgehen der Untertanen sich schon jetzt so deutlich dar, daß im Rate die Bedächtigen wieder die ihnen nach Herkommen gebührende Oberhand gewannen. Wozu über die Bestimmungen des Schuldbriefs hinaus etwas wagen? Als am 5. Mai 1463 die Gesandten Österreichs vor den Rat

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/30&oldid=- (Version vom 1.8.2018)