Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 2,1.pdf/305

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Aus der großen Zahl dieser Straßenbrunnen sind hier einige wenige zu nennen:

Der Brunnen auf dem Münster Platz, 1266 errichtet, 1382 in Stein erneuert. Die statua lapidea dieser Erneuerung war wohl schon der Ritter St. Georg, den 1426 der Maler Lawelin anstrich, 1503 einige Priester und Studenten bei einem Nachtunfug demolierten. 1504 wurde ein neuer Stock angefertigt, wiederum mit dem Bilde des heiligen Georg, einem Werke des Bildhauers Hans Thurner.

Der Kornmarktbrunnen, schon früh bestehend, durch die Leichtigkeit und Güte seines Quellwassers vor allen andern Brunnen Basels ausgezeichnet, 1380 bei Anlaß der Marktplatzerweiterung in Stein erneuert. Da er, zum Nutzen des unmittelbar angrenzenden Weinmarktes, als Sinnbrunnen diente, mit dessen Wasser die Fässer gesinnt wurden, so war seine Reinhaltung besondere Pflicht. Jährlich am Tage des Großbasler Bannritts trug er den Schmuck einer Tanne oder Linde, und auf seiner Säule stand ein Bild des heiligen Christophorus. Dieses ging 1529 beim Birsighochwasser samt dem ganzen Brunnen in Stücke und wurde ersetzt durch einen von Meister Martin dem Bildhauer gearbeiteten „köstlichen gewapneten Harnischmann“. Aber das Hochwasser schon des folgenden Jahres 1530 zerbrach auch diesen. Die wie es scheint erst 1547 an dessen Stelle tretende und ihn wiederholende Statue, ein Werk Hans Tobells, ziert heute den Brunnen bei St. Martin.

Der Fischmarktbrunnen. Der einzige, den der Venetianer Gatari in seiner Beschreibung der Konzilsstadt neben dem „sehr schönen“ Brunnen des Marktplatzes erwähnt; er spricht von seiner Grütze und den Bildern der Madonna und zweier Heiliger, die ihn schmücken. Wohl diese drei Statuen sind es, die wir noch heute sehen; die sie tragende Säule dagegen wurde durch Jacob Sarbach gefertigt, im Frühjahr 1468, mitten in der allgemeinen Aufregung, die dem Mülhauserkriege voranging.

Der Gerberbrunnen. Vom alten Gerichte des Propstes zu St. Leonhard trug er den Namen Richtbrunnen, den Manche nicht mehr verstehen mochten; auch sonst umgab ihn Geheimnis und mythischer Ruhm: in seiner Tiefe sollte einst der Basilisk gelebt haben, von dem die Stadt ihren Namen zu haben glaubte. Wiederholte Fünfersprüche, 1410, 1420, 1456, ordneten Benützung Reinhaltung Unterhalt dieses Brunnens.

Die Mitte des XV. Jahrhunderts ist durch eine Mehrzahl von Brunnenbauten ausgezeichnet: 1448 wurde der Brunnstock am Blumenrain mit dem Bilde St. Urbans aufgerichtet, 1453 der Brunnen in der Äschenvorstadt von der rechten Seite der Straße an seine heutige Stelle herüber verlegt

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 284. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/305&oldid=- (Version vom 24.10.2016)