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traten und das letzte Wort zu hören verlangten, wurde ihnen geantwortet, daß Basel an der Abrede nicht festhalte und des Pfandes müßig gehen wolle.

Um so ruhiger und unangefochtener vollzog die Stadt in der unmittelbar folgenden Zeit Gebietserwerbungen im Ergolztale, durch die sie ihre Farnsburger Herrschaft mit den alten Territorien verband. Schon 1463 begegnen uns Verhandlungen über Ankauf der eptingischen Herrschaft Sissach; nachdem dann Herzog Sigmund dieses Dorf, das Lehen seines Hauses war, dem Götzheinrich von Eptingen zu Eigen gegeben und dafür Ober- und Niederhagental zu Lehen aufgenommen hatte, kam am 15. Januar 1465 der Verkauf an Basel zustande. In denselben Jahren und ebenfalls mit den Herren von Eptingen traktierte Basel über den Kauf von Zunzgen; am 27. März 1464 wurde dieser Kauf abgeschlossen. Außer Zunzgen kamen dabei an Basel das Dorf Ifental, sowie ein Drittel des Burgstalls Althomburg im Fricktal mit Leuten und Gütern in Wittnau. Gleichfalls eptingisch war die kleine Herrschaft Itingen oberhalb Liestals, die im Februar 1467 an Basel verkauft wurde. Böckten endlich, das zwischen diesen neuen Erwerbungen und dem Farnsburgergebiete lag, ging am 2. Mai 1467 von Ritter Werner Truchseß von Rheinfelden kaufsweise an Basel über.

Für diese vier Käufe zahlte Basel insgesamt sechstausendfünfhundertsiebzig Gulden; der Kaufpreis für Farnsburg hatte elftausendzweihundert betragen.

In solcher Weise, ruhig und sicher, gewann die Stadt in wenigen Jahren eine ansehnliche Mehrung ihres Gebietes. Wenig später brachte sie auch Münchenstein und Muttenz in ihre Hand und gebot so über eine Landschaft, die von der Birs bis an die Hauensteine und die Schafmatt ging.

Welch mannigfaltiger Inhalt von Rechten, neuen Kräften, Interessen und Beziehungen dadurch der Stadt zugeführt wurde, ergibt sich ohne weiteres; das Wichtigste war wohl der Zuwachs an Kriegsmannschaft. Die Herrschaft Farnsburg zumal, die von nun an die erste Stelle einnahm, als das herrlichste Schloß und die volkreichste der Vogteien, bedeutete eine nicht gewöhnliche Steigerung der Macht. Diese Bedeutung wurde nun aufs vorteilhafteste gesichert und gehoben durch die Erwerbung der angrenzenden Herrschaften. In breiter Lagerung ruhte das von der Stadt regierte Gebiet zwischen Fluß und Gebirgskamm; jeder einzelne der letzten Käufe war eine Verdrängung Österreichs und des Adels gewesen; mit jedem gewann die Stadt freiere Gewalt über die großen, durch dies Land sich ziehenden Straßen.

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/31&oldid=- (Version vom 1.8.2018)