Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 2,1.pdf/427

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000

Viertes Kapitel.
Handel und Handwerk.



A mercatore principium.. Basel ist als Stadt der Händler und Handwerker emporgekommen. Die frühesten Zeugnisse seiner Geschichte lassen uns dies erkennen, und rasch wachsen und vervielfältigen sie sich zu den diese betriebsame Welt in breitester Fülle zeigenden Nachrichten. Hinter dem Mächtigen der Politik, hinter den glänzendsten Bereicherungen durch Wissenschaft und Phantasie finden wir überall und immer wieder, als Grundlage der gesamten Existenz, als den tiefen reichen Quell jeder Kraft, die handwerkliche und kaufmännische Arbeit. Eine Arbeit, die von Generation zu Generation den Lebensinhalt der Bevölkerung bildet.

Sie gibt schon dem äußern Stadtbilde das spezifisch Städtische durch die alle Gassen begleitenden Werkstätten und Verkaufsräume.

Zu Beginn sahen wir geschlossene Ansiedelungen der einzelnen Gewerbe; Gruppen bestanden; man durfte von einer Topographie der Gewerbe reden. Dann begann ein Wandern, Bedürfnis und Willkür brachen das Gefüge. Aber noch im XV. Jahrhundert können wir, außer den durch natürliche Verhältnisse zusammengewiesenen Wassergewerben der Müller Gerber Schleifer Papierer usw., das alte Vereinigtwohnen da und dort wahrnehmen: die Metzger am Heuberg und in der Kuttelgasse, die Hutmacher in der alten Winhartsgasse (Hutgasse), die Tuchscherer beim Kornmarkt, das Künstlerquartier der Maler Glaser Goldschmiede um den Fischmarkt, am ausschließlichsten die Weber an den Steinen.

Zum Bilde dieser der Arbeit dienenden Stadt gehören auch die vor den Häusern, in den Gassen selbst liegenden usurpierten Werkplätze, wo der Kupferschmied seine Kessel und der Wagner seine Räder fertigt, der Schlosser seinen großen Schraubstock außen an der Hausmauer befestigt hat, u. dgl. m.; auch die weit in die Gasse reichenden Schmiedbrücken der Hufschmiede sind zu nennen. Charakteristische Ergänzung der gewerblichen Ansiedelungen sodann sind die beweglichen Verkaufsstände, ein fliegender Markt gleichsam,

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 406. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/427&oldid=- (Version vom 10.11.2016)