Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 2,1.pdf/428

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der bald spärlich bald gehäuft und massenhaft errichtet wird. Von diesen Bänken Tischen Gestellen Buden ist oft die Rede; sie machen sich zu Zeiten, z. B. während des Konzils, so breit in den Gassen, daß die innere Stadt das Bild eines großen Jahrmarktes bietet. Als stabile Gruppen treten aus dieser wechselnden Menge hervor die durch die Stadt selbst errichteten und verwerteten Zinsbänke, die vier Kuttlergaden auf dem Kornmarkt, die zwölf Stände für Geflügelhändler daselbst, die Fischbänke auf dem Fischmarkt, die sieben Buden der Schuhmacher auf der Neuen Brücke, die Brotbänke usw.; Alles aufs mannigfachste gestaltet, von den kleinen an Nagler Flickschuster u. dgl. verpachteten Tischen unter den Toren bis zu den großen dauerhaften Einrichtungen, zu den städtischen Hallen der Brotlauben, der Schoolen, des Kaufhauses.

Sodann, Leben von allen Seiten her konzentrierend, der geschlossene Markt. Von den Sonderungen, die auch hier schon früh geschahen, reden die alten Namen des Kornmarktes, des Fischmarktes, des Rindermarktes. Im XV. Jahrhundert waren Pferdemarkt und Schweinemarkt an den Steinen.

Der alte Marktplatz war der Münsterplatz, beim Palaste des Marktherrn. Hier wurden Obst Gemüse Eier Käse Holz Heu Stroh feil geboten, aber auch Krämer und kleine Handwerker hatten dort ihre Buden, die ringsum an das Münster geheftet waren. Daneben diente der Kornmarkt außer dem Korn- auch dem Weinhandel, wurde aber wohl schon frühe auch für Viktualien und Krämerwaren gebraucht. Nach dem großen Erdbeben, wohl der Bauarbeiten am Münster wegen, verlegte man den Münsterplatzmarkt auf den Platz vor dem Barfüßerkloster, 1410 dann wieder zurück vor das Münster. Doch hielten die Gremper Gärtner Bauern sowie Trödler und Käufler auch am Kornmarkte fest, und das Mandat des Rates 1420, der diesen Platz für die großen Waren Getreide Wein Holz usw. reservieren und nur Nachmittags auch Jenen öffnen wollte, scheint ohne Wirkung geblieben zu sein. Dagegen brachte das Konzil eine Änderung; es machte den Markt beim Münster unmöglich und drängte ihn wieder hinab zu den Barfüßern.

Bei diesen beiden Märkten, vor dem Barfüßerkloster und dem Rathause, blieb es fortan. Die Anschaunng hatte sich völlig gewandelt. Daß der Platz auf Burg frei zu halten sei von Marktlärm und Gewühl, schien jetzt eine Forderung seiner Weihe, seiner Freiheit; der Domklerus selbst begrüßte diese Stille, und als Johann von Venningen auch hierin die alte stadtherrliche Zeit zurückbringen wollte und den Markt wieder für den Stiftshof in Anspruch nahm, vermochte der Rat mit Leichtigkeit Nein zu sagen. Bischof Caspar dagegen ließ wieder die Immunität und kirchliche Würde des Ortes gelten

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 407. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/428&oldid=- (Version vom 10.11.2016)