Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 2,1.pdf/436

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12. Spinnwettern:
          Später außerdem:
Küfer
Pflegler
Rahmenmacher
Säger
Schindler
Schnetzer
Siebmacher
Steinmetzen
Tischmacher (Schreiner)
Weidlingmacher
Ziegler
13. Himmel und Stern: Bader
Glaser
Goldschlager
Kommetsattler
Maler
Reitsattler
Scherer
Schnetzer
Sporer
14. Weber: Bleicher
Färber
seit 1506 Grautücher
Linweter
Spinner
Spuler
Wollenweber
15. Fischer und Schiffer


Wir lassen die Handwerker bei Seite, die in Gesinde- und vielleicht Hofrechtverhältnis standen, und betrachten nur die Gewerbsleute des öffentlichen städtischen Marktes.

Hier hat vor Allem Geltung die das Gewerbe in feste Formen fassende Zunftorganisation und ihr Entscheidendes: der Zunftzwang. In seiner ausgebildeten Form bestimmte dieser, daß nur der hier Zünftige hier das betreffende Gewerbe im Detailhandel oder in der Herstellung feiler Ware ausüben durfte; wer der Zunft nicht angehörte, blieb von solchem Betrieb ausgeschlossen. „Wenn es geschähe, daß ein Meister oder Knecht sich hier niedersetzte zu werken und nicht unsre Zunft hätte, den mögen unsre Meister aufheben und schwören lassen, fürder für Niemand mehr, weder Fremde noch Einheimische, in der Stadt zu arbeiten.“

Der Zunftzwang sollte alle Berufsgenossen der Zunft zuführen, im Interesse einheitlicher Ordnung des Gewerbes sowie im Hinblick auf die öffentlichen Funktionen der Zunft und die Tragung der Zunftlasten durch die Berufsgenossen. Er ruhte auf demselben starken Gedanken der Konzentration und Ausschließlichkeit, mit dem auch die Vereinigung mehrerer Gewerbe in einer Hand sich nicht vertrug. „Ein Küfer soll sein Handwerk treiben und kein anderes, also nicht Kübel oder Legel machen“; „wer ein Ziegler ist, der soll nicht ein Hafner sein“. Die Scherer dürfen nicht schröpfen, die Bader nicht scheren usw. So weit ging dieser Schutz jedes Bereiches, daß den Scherern verboten war, ihre Messer selbst zu schleifen.

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 415. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/436&oldid=- (Version vom 10.11.2016)