Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 2,1.pdf/481

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sodann Bläsi Werker, „der interessanteste Vertreter seines Faches“, der 1494—1502 für Hausen Elgg Erlenbach Kappel Küsnach arbeitete.

Nicht übergehen dürfen wir den großen Zimmerer Hans von Thann, den Erbauer des Kornhauses 1439, des Chorgestühls zu Barfüßern 1441, des neuen Hauses zur Mücke 1450, des Münsterdachstuhls 1462.

Das sind nur vereinzelte Figuren. Nehmen wir hinzu die Scharen Derjenigen, die alles Übrige geschaffen, die Kirchen, die Fortifikationen, die private Baumasse, so ergibt sich ein Ganzes von Leistung, dessen Reiz vielleicht durch die Namenlosigkeit noch gemehrt wird. Freilich eine dauernde, zu immer Mächtigerem treibende monumentale Gesinnung lebt darin nicht; seit der Anlage des Münsters im XIII., dem Bau des Barfüßerchors im XIV. Jahrhundert ist ein Geist der Großheit vielleicht nur noch einmal im Basler Bauwesen wirksam gewesen: bei der Errichtung des Spalentors. Aber die Summe der Schöpfungen zeigt jedenfalls ein ausgedehntes Können, und dieser Eindruck geht aufs vollkommenste zusammen mit dem Ruhme von Basels Schönheit und Stärke und mit All dem, was wir über den Rang der Stadt im Verbande der deutschen Steinmetzen, über die wiederholte Berufung von Baslern zu auswärtigen Arbeiten und Expertisen vernehmen.


In der Bauleutenzunft waren auch die Hafner oder Ofner eingereiht. Ihre Hauptarbeit zeigt sich uns da und dort noch heute, am reichlichsten in den vielen wohlgeformten und gezierten Ofenteilen. Aber wie viel wir diesen Thonwerkstätten auch außerdem noch verdanken könnten, lehrt die Nachricht von der Anfertigung einer großen Figurengruppe (Christus am Kreuz und die Schächer) durch Pauli Krutlins Tochtermann den Hafner 1487, die zur Aufstellung im Freien, bei der Heiligkreuzkapelle, bestimmt war.

Von allgemeiner Bedeutung war der große Hafnerbund, ähnlich den Abreden der Seiler- und der Kürschnermeister oberrheinischer Städte 1389 und 1413, aber in weiterer Ausdehnung und mit festerer Organisation. Er war nicht nur ein Gesellenverband, sondern Meister und Gesellen des gesamten Hafnerhandwerks in den Städten und auf dem Lande zwischen Ravensburg und Straßburg traten da zusammen und beredeten ausführliche Ordnungen. Sie sollen gute Arbeit liefern; Keiner darf Häfen Kacheln Krüge usw. einem Mehrschatzer verkaufen, der nicht Hafner ist, weil ein des Handwerks Unkundiger böse Ware für gute kaufen und beim Weiterverkauf das Publikum betrügen, das Gewerbe in Verruf bringen könnte; Jeder soll seine Ware nur im eigenen Hause oder auf dem offenen Markte verkaufen; sie sollen einander nicht in Arbeit und Verdienst greifen, keinem Schuldner

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 460. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/481&oldid=- (Version vom 10.11.2016)