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Bei solcher Konkurrenz des Fremden mit dem Angesessenen war dieser dadurch im Vorteil, daß er Zollfreiheit genoß, der Fremde dagegen die Zollpflicht trug. Dem Einen wie dem Andern allerdings schlossen die Kosten und Mühen des Verkehrs von vornherein den Import aller Produkte aus, die das Basler Gewerbe selbst in genügender Weise lieferte. Erst wo dieses versagte oder nicht ausreichte, konnte der fremde Händler neben dem einheimischen in die Lücke treten und den Wettkampf aufnehmen. Wie stark und erfolgreich er dies tat, lassen die Pfundzollrechnungen im Allgemeinen erkennen; aber das Einzelne dieses privaten Geschäftes bleibt uns verborgen. Jedenfalls empfängt dieser ganze Fremdenhandel für uns sein eigentümliches Leben, seinen hohen wirtschaftsgeschichtlichen Reiz durch die Vorstellung des Kampfes, der ihn umgibt. Alles hier ist Wettbewerb, Messen von Kraft.


Einheimischer und fremder Handel bilden zusammen das reichbewegte Ganze, das als Basler Handel vor uns steht und alle Möglichkeiten umfaßt, vom detailliertesten Kaufgeschäfte bis zum großen Umsatz.

Einfachste Form dieses Vertriebes war zunächst der Markt, den die Umgegend sowohl genoß als nährte und auch der ferner Wohnende aufsuchte.

Vor Allem als Markt im weitesten Sinne die tausendfache Kaufs- und Verkaufsgelegenheit überall da, wo Waren feilstanden, in Häusern Kaufläden Lauben Schoolen Magazinen Buden Auslagen. Die Handwerkerwaren auch Händler, und zahlreiche Nachlaßinventare zeigen uns, wie der Schwertfeger, der Schneider, der Hutmacher, der Kübler, der Sattler usw. sich nicht auf Arbeit für den Besteller beschränkten, sondern für den Markt und auf Vorrat produzierten. Im Übrigen erfahren wir natürlich wenig von diesem Verkehre, dessen Wesen die Allstündlichkeit und Allgegenwärtigkeit war.

Daneben der Verkehr der geordneten Marktplätze, der konzentrierte Markt, als Markt jedes Tages, als Fronfastenmarkt, als Jahrmarkt.

Sodann die wichtige Ergänzung dieser Märkte im Kaufhause.


Das früheste Kaufhaus Basels, Ballhof genannt, stand jedenfalls unter dem Bischof als dem Herrn von Stadt und Markt; es scheint sich zwischen Schifflände und Fischmarkt befunden zu haben, in dem Haus an der Schwanengasse, das später zur alten Wage hieß. Aber wie das Münzhaus Birsig-aufwärts verlegt wurde, so auch der Ballhof mit der Wage. 1336 finden wir ihn am Rindermarkt, auf dem Platze des heutigen Safranzunfthauses.

Eine durch den Bischof 1352 veranlaßte gerichtliche Kundschaft bezeichnete ihn als Herrn von Zoll und Wage, und diese seine Rechte gingen formell

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 477. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/498&oldid=- (Version vom 20.11.2016)