Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 2,1.pdf/535

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Wechsel und Kaufmannschaft an zahlreiche Geschäftshäuser in Frankfurt Brügge Antwerpen Mecheln; außerdem nennt ihn das Zollbuch der Deutschen in Barcelona 1435 und 1436 als Exporteur von Safran, als Importeur von Barchent und Leinwand. Er war nicht der einzige Basler daselbst; auch ein Jacob von Basel und ein Konrad von Basel holten 1435 und 1436 Safran und Baumwolle. Namentlich aber machte sich 1426 in Barcelona ein Werner de la Sgleya bemerklich durch Geschäfte von großer Lebhaftigkeit und starkem Warenumsatz (Leinwand Messingblech Indig Arsenik Muskatblüte Safran Nüsse); wir gehen gewiß nicht irre, wenn wir in diesem den Basler Wernli von Kilchen erkennen, der zehn Jahre später mit seiner Gesellschaft in Venedig handelte und mit Halbisen und den Gemeindern aus Barcelona jene große Safranspekulation ins Werk setzte, daneben aber auch im Detail verkaufte, z. B. Arrastuch an Bischof Friedrich.

Das Aufhören des Konzils hatte natürlich üble Folgen für die städtische Wirtschaft. Im Liegenschaftsverkehr, im Geld- und Kreditwesen, dann im Detailgeschäft sowie in den Hilfsgewerben der Agenten Spediteure Vermittler usw. wird der Rückschlag am stärksten gewesen sein; daß er da und dort über diese Kreise hinaus traf, zeigt z. B. der geschäftliche Fall Halbisens. Aus der Gesamtheit solcher Schädigungen erklärt sich das Sinken des Vermögensdurchschnitts. Aber gerade in dieser Epoche 1446—1454 nehmen wir auch eine z. T. erhebliche Zunahme einzelner kaufmännischer Vermögen wahr (Andres Ospernell, Dietrich Krebs, Heinrich Jungerman, Peter Wolfer). Der Handel ist wohl durch die Krisis weniger berührt worden als andre Gebiete.


Den Zustand dieses Handels in den nun folgenden Jahrzehnten begründen vor Allem der regelmäßige Besuch der Frankfurter Messe sowie einiger benachbarter Jahrmärkte und als Gegenstück dazu die seit 1471 in Basel selbst stattfindenden Messen.

Seit dem XIV. Jahrhundert sehen wir die Basler Kaufleute die Messen in Frankfurt besuchen. Diese Fahrten, jeweilen zur Fasten- und zur Herbstmesse, beherrschten das Geschäftsjahr in regelmäßig wiederkehrender Bewegung. Noch war freilich Frankfurt nicht der Weltmarkt der spätern Zeit. Wenn seine Messen auch von einzelnen Italiänern und Niederländern regelmäßig besucht wurden, so hatten sie doch Geltung zunächst für Mittel- und Westdeutschland. Aber aus diesen Gebieten traf hier nun Alles zusammen; da vollzog sich der Austausch der verschiedenen Märkte mit Anweisung und

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 514. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/535&oldid=2955246 (Version vom 20.11.2016)