Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 2,1.pdf/61

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Seit dem Frühjahr 1459 mehren sich die Anzeichen hievon. Alle diese Jahre hindurch ist der Rat in steter erregter Sorge. Er zählt die Pferde in der Stadt, befiehlt Zünften und Stuben gerüstet zu sein, bestellt Hauptleute über des Krieges Sachen. Die Wachen werden vermehrt, die persönliche Wachtpflicht eingeschärft. Söldner werden geworben, die Stadtmauern besichtigt und ausgebessert, den Papiermühlen zu St. Alban der Betrieb bei Nachtzeit untersagt, damit nicht ihr Lärm einen feindlichen Überfall erleichtere. Nach Liestal wird eine Garnison gelegt.

Im Sommer 1460 glaubte man unmittelbar vor dem Kriege zu stehen, und beriet, wie man den Eidgenossen antworten wolle, wenn sie gegen den Sundgau ziehen und Einlaß in die Stadt begehren würden; auch zur Aufnahme von Flüchtigen aus den Dörfern rüstet man sich. Der Zug ging dann in den Thurgau, aber Basel blieb in der Unruhe, und seit dem Sommer 1466, seit dem Bündnis Berns und Solothurns mit Mülhausen, stieg die Spannung immer mehr.

Die Reichsstadt Mülhausen stand seit dem Abzug der Armagnaken in Streit mit den Adligen und Österreich. Diese hatten es auf die Unabhängigkeit der Stadt abgesehen. Lange Zeit schwer bedrängt, zuletzt im Frühjahr 1466 durch einen Angriff der Feinde in Not gebracht, suchte sich Mülhausen eine Hilfe und fand diese bei Bern und Solothurn; am 14. Juni 1466 ward zwischen ihnen ein Schutz- und Trutzbündnis auf fünfundzwanzig Jahre geschlossen.

Diese Allianz gab Mülhausen die gewünschte Stütze. Sie entsprach der in diesen Jahren namentlich durch Solothurn geübten Politik. Aber welche Bedeutung hatte sie für Basel?

Seit Jahrhunderten bestanden Berührungen zwischen Basel und Mülhausen. Aber sie galten nur privaten Verhältnissen. Mülhausen baute seine Äcker und Weingärten und hatte keinen Handel erheblicher Art; damit fehlte von vornherein eine Verwandschaft, die nähere und dauernde Beziehungen wirken konnte. Seit die beiden Städte zusammen 1246 die Burg Landser erstürmt hatten, bestand zwischen ihnen keine nennenswerte Gemeinsamkeit mehr. Wie die andern Elsässer Reichsstädte verband sich auch Mülhausen in Landfriedenseinungen u. dgl. gelegentlich mit Basel. Auch bei Münzkonventionen traf man sich. Aber überall hiebei trat Mülhausen hinter Colmar und Schlettstadt zurück, und trotz der geringen räumlichen Entfernung waren Basel und Mülhausen als Gemeinwesen sich beinahe fremd.

Auch die ihnen gemeinsamen Nöte der Armagnakenzeit und des Kampfs mit dem Adel brachten sie nicht zusammen. Dann schloß Basel 1449 seinen

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 40. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/61&oldid=- (Version vom 5.7.2016)