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neue Schwierigkeiten hinzu. Der Ritter Werner Truchseß verlangte Zahlung seiner Schuld, die Basel bei der Pfandnahme mitübernommen hatte; der Rat verweigerte die Zahlung, solange er nicht die ganze Herrschaft in Händen habe. Die Helfer zeigten sich nun auch, die hinter den widerspenstigen Untertanen standen. Vor allem ungeberdig regte sich die im Pfand mit inbegriffene Stadt Rheinfelden; wie sie den Versuchen Hasfurters, sie von Österreich abzuziehen, widerstand, so trat sie Basel entgegen bis zur offenen Feindschaft mit Überfällen und Streifzügen. Auch die obern Waldstädte machten natürlich gemeine Sache mit den Eidverweigerern, und diese fanden einen weitern Rückhalt in den benachbarten eidgenössischen Gebieten. Basel nannte als solche Anstifter und Helfer die „laufenden Knechte“; aber die Briefe, die es deswegen an Solothurn und Bern ergehen ließ, zeigen, wen es dabei wirklich im Sinne hatte.

Namens des Herzogs Sigmund verhandelten mit dem Rate Hans Werner von Pforr und Thüring von Hallwil, ihr Bestes verheißend und Basel immer wieder um Geduld bittend. Aber sie waren machtlos. Es kam zu gereizten Reden; monatelang zog sich auf diese Weise die leidige Sache hin, und endlich war es auch hier Markgraf Karl von Baden, der zum Frieden half. Er brachte einen Vergleich zu Stande, und im Dezember 1468 endlich konnte Basel den Altbürgermeister und die beiden Oberstzunftmeister hinauf schicken, um den Eid der Untertanen entgegenzunehmen.

Aber nur ein halbes Jahr dauerte dies Regiment Basels. Im Mai 1469 verschrieb Herzog Sigmund mit den übrigen Gebieten auch die Rheinfelder Herrschaft an Herzog Karl von Burgund, und bei der Wichtigkeit dieses Pfandes erschien baldige Lösung dem Herzog als geboten. Am 26. Juni 1469 erschienen die Gesandten Karls vor dem Basler Rate, begehrten und erhielten nach längerm Hin- und Herreden die Zusage, daß Basel dem Herzog der Pfandschaft Rheinfelden gewärtig sein und die Lösung annehmen werde. Zwei Tage darauf leisteten die im Rheinfelder Rathaus zahlreich versammelten Vertreter der Herrschaft den Burgundern den Eid.

Da Herzog Sigmund selbst s. Zt. noch dreitausend Gulden abbezahlt hatte, so betrug die Pfandsumme jetzt achtzehntausendeinhundert Gulden, und die Abrede ging dahin, dah Herzog Karl diesen Betrag in drei Jahresraten, erstmals auf 21. Dezember 1469, entrichten, Basel aber sämtliche Nutzungen und Gefälle der Herrschaft bis zur gänzlichen Tilgung der Schuld beziehen solle; im Falle von Säumnis in der Zahlung seien die Untertanen verpflichtet, der Stadt Basel neuerdings zu huldigen.

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 58. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/79&oldid=- (Version vom 5.7.2016)