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Berner und Luzerner gebildet, über das Waldgebirge zur Linken vordrang. Bei Chenebier, im Nordwesten Héricourts, brachen dann diese Scharen auf den Feind herein, und die Schlacht entbrannte. Vor den wiederholten stürmischen Angriffen warf sich zuerst das burgundische Fußvolk in unaufhaltsame Flucht, und bald wichen auch die Reitergeschwader. Auf der Höhe von Frahier suchte der Feind noch einmal die Stirne zu bieten; aber auch hier unterlag er im wilden Handgemenge, und nun war Keiner mehr zu halten. Alles stob in wilder Flucht davon.

Mehr als dreitausend Mann hatten die Burgunder eingebüßt, die Verbündeten selbst so gut wie gar keine Verluste gehabt. Kein Basler war tot, nur wenige wund. So froh man diese Nachricht zu Hause aufnahm, so ungerne dann die andere, daß die städtischen Ritter und Junker, die ihre Luxuspferde nicht im Lager bei sich behalten, sondern zu Mömpelgard in gute Ställe eingestellt hatten, beim raschen Aufbruch zur Schlacht zu kurz gekommen waren und unter dem Spotte der Übrigen zu Fuß hatten mitziehen müssen.

Der große Erfolg dieser einen Schlacht entschied. Am 17. November, während Basel durch Gottesdienste in allen Kirchspielen und eine allgemeine Prozession dem Himmel für den Sieg dankte, kapitulierte die Besatzung Héricourts. Sie erhielt freien Abzug; das Schloß wurde Herzog Sigmund übergeben.

Und nun wurde im Kriegsrat der Verbündeten verhandelt, was weiter geschehen solle. Die Herren der Niedern Vereinigung drängten vorwärts, weiter nach Westen gegen Besançon und Dijon; die Eidgenossen verlangten die Heimkehr. Die erregten Schreiben des Basler Rates an seine Hauptleute, eins dem andern auf dem Fuße folgend, zum Teil in tiefer Mitternacht geschrieben, zeigen, wie hart die Meinungen aufeinander trafen. Der Rat machte geltend, daß vorzeitiges Abbrechen des Krieges seiner Stadt und dem Sundgau große Gefahr bringen, das Land neuer Verheerung preisgeben würde; er wollte die Eidgenossen an ihre Hilfszusage erinnert sehen. Alles war umsonst. Die Eidgenossen, über die Untätigkeit König Ludwigs erbittert, fanden, daß sie ihre Pflicht als Helfer getan hätten, und verlangten nach Hause; ihr Ungestüm überwog.

Einige unruhige Tage erlebte noch Basel am 20. und 22. November, als die ganze Kriegsmacht hier durchzog und wegen der Besetzung der Herrschaft Röteln durch Bern sowie über die Verteilung der Beute Streit unter den Verbündeten ausbrach. Dann ging Alles auseinander, mit Verabredung einer Konferenz der Gesandtschaften, wieder in Basel.

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 78. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/99&oldid=- (Version vom 24.7.2016)