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Die Sommerhitze in der lombardischen Ebene ist furchtbar. Krankheiten wüten im Heere. Die Krawalle wiederholen sich, ganze Haufen sondern sich ab und ziehen auf eigene Faust heimwärts. Es „fallen seltzame Worte“, der Unwille ist allgemein, so nachdrücklich auch die Hauptleute dem Kriegsvolke zu verstehen geben, „daß wir nicht um Geld zu verdienen, sondern in der Obern Gehorsam ausgesandt sind, der Stadt Basel und unser Aller Lob Nutz und Ehre zu werben“.

Mannigfaltiges wildes Leben füllt das Wesen dieser Heerzüge, dieser Märsche. Bis endlich die Basler die Vereinigung finden mit den andern Eidgenossen und zuletzt das ferne Feld betreten, wo die Schlacht ihrer wartet.

Allgemeine Bedeutung hat als Frucht dieser kriegerischen Taten die militärische Erziehung des Einzelnen und der Gesamtheit, sowie das Bewußtsein Basels, ein kriegerisches Gemeinwesen zu sein, das Jahr um Jahr seine Truppen ins Feld schickt. Wie der Rat die Siegesbotschaft von Novara empfängt und in einem Brief an die Hauptleute erwidert, führt uns mitten hinein in eine Stimmung, die dem Rathause nicht oft beschieden gewesen ist. In diesem siegberauschten Basel ist dann das Novaraschlachtlied gedichtet worden. Und auch die einzelnen Tapfern dieses glorreichen Tages kommen da zu ihrem Rechte: Matthäus Wenz; Martin Springinklee; Jerg Trübelman, dem die Eroberung eines feindlichen Fähnleins mit einer lebenslänglichen Pension belohnt wird; Hans Nickly von Ziefen, der in der Schlacht die Rechte verloren hat, worauf ihm der Rat durch den Stadtschlosser Hertisen eine eiserne Hand anfertigen läßt.

Aber nicht nur der Tag von Novara hat seine Helden. Die ungewöhnliche Kraft dieser Zeit lebt auch in Theodor Brand, der die drei großen Schlachten von Novara Marignano Bicocca mitmacht. Henman Offenburg und Heinrich Meltinger kämpfen bei Marignano in der vordersten Reihe und werden Beide schwer verwundet. Dasselbe Schlachtfeld sieht die Kühnheit des Hans Linsi und des Fridli Hersberg, die französische Feldzeichen gewinnen. Und ebendort findet Hans Bär den Ruhm des Unterganges.

Wir gedenken noch einiger Einzelheiten, die zur Erscheinung dieser Politik und dieser Kriege gehören.

Die päpstliche Garde, als Palast- und Leibwache 1503 für Papst Julius angeworben, war gebildet durch zweihundert Schweizer, und schon frühe finden wir auch Basler in ihren Reihen. „Am höchsten Hofe der

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Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Dritter Band. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1924, Seite 115. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_3.pdf/136&oldid=3403036 (Version vom 1.8.2018)