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Letzenen haben wir gewonnen“, berichtete Kilchman nach Basel, „mit großer Not; denn unsre Feinde sind stark gewesen“. Tags darauf, in Anwesenheit des Königs, kam es nochmals zu einem harten Treffen. Am dritten Tage, 27. April, kapitulierte Genua, und „mit Gold Lob und Ehre“ konnten die Eidgenossen wieder nach Hause ziehen. Den Kilchman belohnte Ludwig mit einem Geschenke von zweihundert Gulden und einem lebenslänglichen Jahrgeld.

Dies war der Genueser Zug, auf Jahre hinaus die letzte kriegerische Leistung der Eidgenossenschaft für Frankreich.


Während die Schweizer vor Genua fochten, unterhandelten schweizerische Gesandte in Konstanz mit Maximilian; im April 1507 trat dort der Reichstag zusammen. Der König schien den Schwabenkrieg vergessen zu haben; das „gemeine Bergvolk“, über das seine Humanisten gespottet, war ihm jetzt willkommen. Er machte die größten Versprechungen; bei seiner Romfahrt und den damit zu verbindenden Eroberungen in Italien wünschte er ein eidgenössisches Heer zu haben; von einer Allianz wurde geredet. „Mit den Schweizern im Bunde werde ich die ganze Welt niederzuwerfen imstande sein“, verhieß Maximilian dem venezianischen Gesandten.

Aber was in den nächsten Jahren oft geschehen sollte, geschah auch jetzt: ein Werben Verschiedener um die Schweizer. So weit ihre Vereinbarungen mit Maximilian auch gediehen sein mochten, daneben arbeiteten die französischen Diplomaten mit überlegener Kunst und reichen Geldspenden. Auch Basel machte dabei seine Erfahrungen. Schon hatte der Rat die Truppen für den Zug des Königs nach Italien aufgeboten und den Bürgermeister Offenburg an ihre Spitze gestellt. Da empfing derselbe Offenburg, im Januar 1508 bei der Tagsatzung in Luzern, vom Gesandten Frankreichs eine Geldsumme. Nicht in seine Tasche; diese fünfzehn Kronen hatten die Kosten der Tagfahrt zu decken. Doch sie bedeuteten bei Basel dasselbe was bei andern Orten: daß Frankreich den Handel gewann. Die Eidgenossen widerriefen die in Konstanz gegebenen Zusagen.


Nun aber tritt Alles zurück vor einer neuen und einzigartigen Macht politischen Lebens: dem Papste. Diesen Landen zeigt sich der Stellvertreter des himmlischen Christus jetzt als Herrscher mit rein weltlichem Gebahren, als Kriegsfürst und Alliierter.

Im Jahre 1509 ging das Bündnis der Eidgenossen mit Frankreich zu Ende und wurde nicht erneuert. Die eidgenössische Politik erhielt eine andre Orientierung.

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Dritter Band. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1924, Seite 17. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_3.pdf/38&oldid=3403297 (Version vom 1.8.2018)