Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 3.pdf/421

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Die Buchungen der Kosten von Botenritten Eilbriefen Extrawachten usw., wie auch die vom Berner Rat erhobene Einsprache zeigen uns das Aufsehen, das dem Handeln Basels folgte. Aber der Rat wankte nicht. Er gab neuerdings dem Coadjutor und dem Domkapitel seinen festen Willen kund, das Bistum nicht verkleinern zu lassen. Ja er erbot sich, „da die Solothurner eben geschwind", auch Delsberg und Pruntrut in seinen Schirm zu nehmen.

Hiezu kam es nun freilich nicht.

Die bischöflichen Gebiete und Städte „hiediset dem Berg" erklärten Ende Oktobers, sie zögen vor, im jetzigen Zustande zu bleiben, der ihnen nur vorteilhaft sei. Zugleich verlangten sie, daß Basel Laufen und die Fünf Dörfer wieder aus der Pflicht entlasse; die Gründe, um deren willen sie in Eid genommen worden, bestünden nicht mehr.

Ob diese Erklärungen und Begehren durch Solothurn, durch Bern, durch Österreich inspiriert waren, erfahren wir nicht. Sie verrieten eine entschlossene Opposition gegen Basel. Auch brachte jetzt Diesbach die Sache vor die Tagsatzung, und Basel hatte auch dort wieder auseinanderzusetzen, daß es nur dem Bistum zum Besten <nowiki>Unformatierten Text hier einfügen</nowiki>und nach seiner Pflicht gehandelt habe, indem die Stadt die hochstiftischen Lande zu schirmen und dadurch dem Bischof zu sichern gehalten sei. Ob die Tagsatzung diese Rechtfertigung gelten ließ, wird nicht gesagt; sie trat nicht näher auf die Sache ein und begnügte sich damit, Basel zur Nachgiebigkeit zu ermahnen.

Der Rat gab jedoch nicht nach. Die Besatzungen scheinen allerdings schon bald aus den Schlössern zurückgezogen worden zu sein; aber das Schirmrecht Laufens und der Fünf Dörfer blieb bestehen. Noch im Sommer 1526 brachte Solothurn diese ihm widrige Ausdehnung der Macht Basels zur Sprache und mahnte den Coadjutor, dagegen einzuschreiten, mit dem Erbieten, hiebei „seinerseits alle Willigkeit zu zeigen". Es war eine Anregung, auf die einzutreten Diesbach sich hütete; denn konnte er von Solothurn Besseres erwarten als von Basel, dem gegenüber er im vorliegenden Handel sich völlig wehrlos fühlte?

Er ließ die Sache liegen und trat um so beflissener für die allgemeinen Beschwerden ein, die er schon wiederholt vorgebracht und die ihm keine Ruhe ließen: über Entrechtung der bischöflichen Obrigkeit, über Verletzung der priesterlichen Freiheiten. Unermüdet, in Eingaben und mündlichen Vorträgen, brachte er diese Querelen vor den Rat, und wir dürfen in der schweren Menge seiner Worte nicht bloß Rechthaberei oder gar Deklamation sehen. Sie war als Ausdruck von Überzeugung und Gewissenhaftigkeit

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Dritter Band. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1924, Seite 400. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_3.pdf/421&oldid=3403343 (Version vom 1.8.2018)