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der Patrioten vor Allem Eidgenossen zu sein mahnte. Zuletzt siegten doch die Einsicht und der gute Wille; die acht Orte fügten sich und verzichteten auf das Bündnis.

Basel wollte durchaus als Gegner Frankreichs angesehen sein, war aber zum Abschluß eines Friedens geneigt. Ende Oktobers gab der Rat seinen Gesandten Gallizian und Trutman entsprechende Instruktion, und am 29. November 1516, in Freiburg, wurde dieser Friede zwischen Frankreich und der Eidgenossenschaft geschlossen. Er bestimmte das Ende aller Feindschaft, regelte die Freiheit gegenseitigen Verkehrs und anerkannte die Vorrechte der Schweizer Kaufleute; die enetbirgischen Herrschaften mit Ausnahme des Eschentals und Domos blieben den Eidgenossen; auch erhielten sie Kriegsentschädigungen für die Mailänder Züge und den Dijonzug sowie die Zusage jährlicher den Orten zu zahlender Pensionen.

Dieser als ewige Richtung bezeichnete Friede nahm alte Beziehungen wieder auf und befestigte sie, die vor sieben Jahren abgebrochen waren; er wurde die Grundlage aller spätem Verträge mit Frankreich, vor Allem der nach fünf Jahren ihm an die Seite tretenden Allianz und Militärkonvention. Die Eidgenossenschaft gab damit ihren Geschicken eine Wendung für immer.

Noch bestand zu Recht das Bündnis von 1614 mit dem Papste, auf Grund dessen im Sommer 1517 Leo X. schweizerisches Fußvolk für den Krieg um das Herzogtum Urbino warb; es wurde an der römischen Curie beachtet, daß hiebei Basel der einzige Kanton gewesen sei, der dem Papst eine unbeschränkte Werbung zu gestatten empfohlen habe. Im Jahre darauf, 1518, bewilligte die Tagsatzung dem Papst einen Zuzug von zehntausend Mann wider die Türken, wozu Basel dreihundert stellen sollte.

Den Gedanken einer Verbindung mit Kaiser Max, der neben dem französischen Geschäfte der Tagsatzung nahe gelegt wurde, lehnte Basel ab. Aber es war kaiserlich genug, um im Frühjahr 1516 den Kaiser Truppen für seinen Feldzug gegen Venedig und Mailand werben zu lassen. Gerne hatte es kurz vorher das Privileg zur Prägung goldener Münzen vom Kaiser angenommen; auch von Erteilung eines neuen Freiheitsbriefes an Basel war bei diesem Anlasse die Rede.

Am 12. Januar 1519 starb Kaiser Maximilian, und Basel bezeugte in offizieller Weise seine Trauer über den Weggang des alten Herrschers durch ein am 16. Februar im Münster gefeiertes Requiem. Hier im hohen Chore, vor dem mit schwarzen Behängen überdeckten Fronaltar, stand der

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Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Dritter Band. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1924, Seite 38. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_3.pdf/59&oldid=3403484 (Version vom 1.8.2018)