Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 3.pdf/80

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Verwaltung unter den Vögten und nahm teil an den Erlebnissen des Gemeinwesens; auch ihre Leute waren in den großen Heerzügen mitgezogen, hatten die großen Schlachten mitgeschlagen.

So fanden sich die Interessen. Am 2. Mai 1515 überließen die Brüder Hans Thüring, Jacob und Mathias Münch, des oftgenannten Konrad Münch Enkel, ihre Herrschaft Münchenstein samt Muttenz und Wartenberg an Basel gegen Zahlung von sechshundertsechzig Gulden über den Pfandschilling; sie verpflichteten sich zugleich, den Konsens des Kaisers Maximilian als des Lehnsherrn binnen eines halben Jahres beizubringen. Um diesen Consens und die Aufhebung des Lehens zu erwirken, ritt Namens der Verkäufer Jacob Münch an den Kaiserhof; aber auch der Rat sandte seinen Vertreter, den Hans Lombard. Er gab ihm Kredit für die nötig werdenden Geldspenden; dem Doctor Reichenbach, dem Propst von Waldkirch, namentlich aber dem kaiserlichen Kammerdiener und Türhüter Hans Müge sollte die Förderung dieses Geschäftes empfohlen werden. Auch die Eidgenossenschaft wurde um ihren Beistand gebeten. Offenbar machte Österreich Schwierigkeiten. Aber zuletzt ward es Willens. Am 16. August 1517, in Augsburg, gab Kaiser Max seine Zustimmung; als Haupt des Erzhauses verzichtete er auf die Lehenschaft an der Burg Münchenstein samt der Vorburg, an den Burgen Wartenberg, an der Hard, dem Dinghofe Muttenz usw.; er freite und eignete der Stadt Basel alle diese Güter und Rechte.

So konnte die Stadt sich endlich als Herrin des Gebietes fühlen. Nicht nur das alte edle Haus der Münch war entwurzelt. Noch höhere Rechte, mächtigere Traditionen nahmen jetzt ein Ende. In Münchenstein stand hinter Österreich noch das Bild uralter pfirtischer Herrlichkeit; an die Wartenberge, an Muttenz und den Hardwald knüpfte sich das Andenken der Homberger Grafen, das Andenken des großen Bischofs Peter und des großen Königs Albrecht. Das Alles war nun vorbei, wurde Geschichte. Die Könige und die Herzoge und die Bischöfe, die Grafen und die Edelleute hatten vor den Städtern weichen müssen.

Basel konnte hieran nicht genug haben. Notwendige Ergänzung des Erwerbs von Münchenstein-Muttenz war der Erwerb von Pratteln und von Frenkendorf, um den Zusammenhang mit Liestal und den obern Ämtern zu gewinnen.

Noch in diesem Jahre des Kaufes von Münchenstein, 1515, verschaffte sich der Rat von Junker Nicolaus von Eptingen ein Vorkaufsrecht sowohl für Pratteln als für Frenkendorf. Einige Monate später sehen wir den

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Dritter Band. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1924, Seite 59. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_3.pdf/80&oldid=3403516 (Version vom 1.8.2018)