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daß er, der Müller ihnen habe zufügen wollen.“ Aehnliches erzählte Stockar auch dem Friedensrichter Christen und seinem Bruder, dem Kirchen- und Schulgutsverwalter, welche aber aus Mangel an Beweisen unterließen, Anzeige an Behörde zu machen. Die Entdeckung des schauderhaften Verbrechens aber war dadurch angebahnt.


VI.
Busers Leiden.

Busers „starke Natur“ widerstand lange den Wirkungen des Gifts, endlich aber wich sie doch. Im Hornung 1839 griff es ihn plötzlich mit furchtbarem Erbrechen und Durchfall an, verbunden mit heftigem Schmerzen in Bauch und Magen, starkem Durst etc. Diese Zufälle hielten 3 bis 4 Tage nacheinander an und wiederholten sich nachher von Zeit zu Zeit. Doch das erste Mal, sagte Buser, habe es ihn am meisten „zweggenommen.“ Durch ärztliche Hülfe wurden sie zwar jedesmal gehoben, dann aber stellte sich die hartnäckigste Verstopfung ein, gegen welche auch wieder Mittel gebraucht werden mußten. Der Appetit hörte auf, alles Essen wurde dem Kranken zum Eckel. Darauf Abmagerung, Kraftlosigkeit, Zittern, Lähmung der Arme und Beine, öftern Reiz zum Erbrechen, ohne Etwas von sich geben zu können, gelbe Augen, trockne Haut, belegte Zunge und was sonst in Vergiftungsfällen die Folge ist. Kaum konnte er den Arm emporheben, kaum ohne Anderer Hülfe den Fuß zum Gehen bewegen. Der

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Johann Ulrich Walser: Die Giftmörderin. J. U. Walser, Arlesheim 1840, Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:WalserGiftm%C3%B6rderin.pdf/20&oldid=- (Version vom 1.8.2018)