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führen, und theilte ihr die Botschaft mit. Sie vernahm dieselbe höchst kalt und gleichgültig. „So – in Gottes Namen,“ sagte sie, weiter Nichts. Der Statthalter hält ihr ihre empörende Gleichgültigkeit vor. Sie: He, wie so? Ich kann's ietzt einmal nicht anders machen. Ich muß mich jetzt fassen, um Antwort zu geben und kann mich also nicht dem Andern überlassen. – Bei der weitern Anzeige jedoch, daß nun der Körper ihres Mannes durch die Kantonalwundschau werde geöffnet werden, drückt sich auf ihrem Gesicht unverkennbar Angst und Unruhe aus. Ich kann Nichts dawider haben, sagte sie, ich muß mir’s halt gefallen lassen, was man daraus schließt. Es ist mir leid, daß so Etwas vorgehen soll. Ich muß es mir lassen gefallen, wenn man mir’s beimessen kann. Man müßte mir dann aber doch sagen, woher ich das Gift gehabt habe. Ich habe nie Gift gehabt, habe also auch nie welches meinem Manne geben können. Der Statthalter sucht sie durch Vorhalten mehrerer überführender Thatsachen zum Geständniß zu bringen, allein sie sträubt sich dagegen.


XIII.
Sie gesteht den Mord ein.

In ihre einsame Zelle zurückgekehrt, mochte sie sich überzeugen, daß unter obwaltenden Umständen längeres Läugnen vergeblich sein würde. Ueberwältigt von so starken wider sie zeugenden Thatsachen und wohl auch getrieben von der Angst ihres Gewissensens, entschloß sie sich zum Bekenntnisse. Am 24. Mai, Abends zwischen 9

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Johann Ulrich Walser: Die Giftmörderin. J. U. Walser, Arlesheim 1840, Seite 24. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:WalserGiftm%C3%B6rderin.pdf/28&oldid=- (Version vom 1.8.2018)