Seite:Wilhelm Löhe - Beichtunterricht (4. Auflage).pdf/10

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

und beladen ist in Sünden, nicht alle bekennen es und begehren von ihrer Last erlöset zu werden; die meisten liegen so tief in Sünden begraben, daß sie ihre Sünden gar nicht mehr kennen, – sie bilden sich ein, es stehe mit ihnen gut, da doch gerade diese Einbildung ein Beweis ist, daß es mit ihnen weit gekommen ist und schlimm steht. Zu gunsten der Leute, welche in Finsternis und Schatten des Todes sitzen, sich aber sehnen, ans Licht zu kommen, geben wir nur eine kurze Anleitung, wie man zur Erkenntnis der Sünde kommen kann. Gott gebe, daß der Leser die nun folgenden Worte mit sanftmütigem Geiste aufnehmen und zu seinem Heile gebrauchen könne! Ja, Gott gebe es; denn Erkenntnis der Sünde kommt allein vom HErrn, von Seinem Geist, aus lauter Gnade, durch das Wort!


3.
Erkenntnis der Sünde kommt aus dem Gesetz des HErrn.

 Wenn du die Sünde erkennen willst, so mußt du nicht bloß in dein Gewissen schauen; denn da hat jeder ein anderes Gewissen; der eine hält das und das für Sünde, der andere nicht – und es giebt Völkerschaften, die sich ein Gewissen daraus machen, wenn sie in einem bestimmten Lebensalter noch nicht so und so viel Feinde erschlagen haben. Das rechte Gewissen deiner Sünden ist das Gesetz Gottes, wie es 2. Mos. 20. und Matth. Kap. 5–7.

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/10&oldid=- (Version vom 17.7.2016)