Seite:Wilhelm Löhe - Beichtunterricht (4. Auflage).pdf/14

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

ist, so ist doch nur der geringste Teil der Menschen nach Wahrheit hungrig und durstig. Die meisten gehen dahin in sicherer Blindheit, froh ohne alle Erkenntnis der Sünde, behauptend, es stehe mit ihnen ganz wohl. Für diese ist jede Anleitung, zur Erkenntnis zu kommen, ohne Gottes besondere Gnade vergeblich: denn sie wollen keine Erkenntnis, bei welcher sie vor sich selbst erscheinen müssen, wie sie vor Gott sind, durch welche sie mit sich unzufrieden werden und ein anderes Leben anfangen müßten. Weil jedoch das Wort Gottes auch an die Blinden und Toten ergeht – und die Kraft hat, lebend und sehend zu machen, – weil auch sichre Menschen Stunden haben, da ihnen Licht und Gnade angetragen wird, so möchten in solchen Stunden die nachfolgenden Gedanken nicht ganz ohne Frucht für sie gebraucht werden.


6.
I. Beweis für solche, welche keine Sünde spüren, daß sie dennoch Sünder seien.
Beweise der Sünde für die Sichern, die sich nicht fühlen:
a. aus dem Fleisch.

 Luther im großen Katechismus sagt:

 „Denselbigen, die so gesinnt sind, daß sie sich nicht fühlen, weiß ich keinen bessern Rat, denn daß sie doch in ihren Busen greifen, ob sie auch Fleisch

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/14&oldid=- (Version vom 17.7.2016)