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ein Mörder, der dir keine Stunde des Lebens gönnt. Wenn du sehen solltest, wie viele Messer, Spieße und Pfeiler alle Augenblick auf dich gezielt werden, du solltest froh werden, so oft du könntest, Gnade und Vergebung im Sakrament zu holen.“[1]


9.
IV. Beweis.
d. Aus Christi Leiden.

 Dieser Beweis ist genommen aus den Leiden Christi, davon sagt der ehrwürdige Vater Martin Luther also:

a. „Die bedenken das Leiden Christi recht, die es also ansehen, daß sie herzlich davor erschrecken, und ihr Gewissen gleich sinkt in ein Verzagen. Das Erschrecken soll daher kommen, daß du
  1. Wenn nun der Satan so heftig nach deiner Seele trachtet und allerlei feurige Pfeile der Anfechtung wider sie schleudert, wirst denn du der Mann sein, der ihn so gar tapfer und beständig überwindet, daß auch gar keine Sünde an dir klebend bleibt? Ei! was für ein blinder und hochmütiger Thor mußt du sein, wenn du dich für einen solchen Satansüberwinder hältst, da doch der ewige und gewaltige Sohn Gottes ihn nicht anders, als durch Darlegung seines Leibes und Lebens überwinden konnte. Glaub du fest, wenn du nicht weißt, wie oft dich der Satan verführt in Zweifel, Murren wider Gott und Mißtrauen, wie auch in andre schändliche Sünden und Laster, so liegst du, wie Luther sagt, „zweimal tiefer, denn ein anderer armer Sünder“ und bedarfst du Vergebung der Sünden mehr, als dein Leib die Speise.
  2. Empfohlene Zitierweise:
    Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 17. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/19&oldid=- (Version vom 17.7.2016)