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Sünden. Es geht auch hier nicht zu mit vielen Worten, sondern mit tiefen Gedanken und Großachtung der Sünden.“

 „Nimm ein Gleichnis: Wenn ein Übelthäter würde gerichtet darum, daß er eines Fürsten oder Königs Kind erwürget hätte, und du sicher wärest und sängest und spieltest, als wärest du ganz unschuldig, bis man dich schrecklich angriffe und dich überwände, du hättest den Übelthäter dazu vermocht. Siehe, hier würde dir die Welt zu enge werden, sonderlich wenn das Gewissen dir auch abfiele. Also viel ängster soll es dir werden, wenn du Christi Leiden bedenkst. Denn die Übelthäter, die Juden, wiewohl sie nun Gott gerichtet und vertrieben hat, sind sie doch deiner Sünden Diener gewesen, und du bist es wahrhaftig, der durch seine Sünde Gott seinen Sohn erwürgt und gekreuzigt hat, wie gesagt ist.“
d. Wer sich so hart und dürr empfindet, daß ihn Christi Leiden nicht also erschreckt und in sein selbst Erkenntnis führt, der soll sich fürchten. Denn da wird nichts anders draus, dem Bilde und Leiden Christi mußt du gleichförmig werden, es geschehe in diesem Leben oder in der Hölle. Zum wenigsten mußt du im Sterben in das Erschrecken fallen, und zittern, beben und fühlen, was Christus am Kreuze leidet. Nun ist es grausam, am Todbette das zu erwarten. „Darum sollst du Gott bitten, daß Er dein Herz erweiche
Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/22&oldid=- (Version vom 17.7.2016)