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 Daraus ist auch klar, daß die Beichte nicht allein geschehen soll vor dem h. Abendmahl, sondern auch sonst, so oft dein Herz danach verlangt, – wiewohl eines Christen Herz auch öfter nach dem h. Mahl verlangen sollte, welches ein Siegel der Absolution ist.


e. Vorteile der Beichte.

 Schon aus dem bisher Gesagten wird ein Gutwilliger leicht einsehen, daß die Privatbeichte nützlich sei. Man sollte freilich dies überhaupt nicht erst behaupten und beweisen müssen; doch aber um der Schwachen willen sagen wir zum Überfluß noch was folgt:


α. Bekennen – Gnade.

 Es ist ohne Zweifel eine große Gnade von Gott, wenn man in Demut bekennen kann, denn nur die Gnade bricht das verschlossene Herz und macht es aufrichtig. Um diese Gnade muß man bitten, – um was man aber, als um eine Gnade bitten muß, das muß auch gut sein, darum muß auch die Privatbeichte gut sein.


β. Beichte – Gelegenheit die Einzelnen zu belehren.

 Die Privatbeichte giebt die beste Gelegenheit die Leute zu belehren. Man lehrt zwar in der öffentlichen Predigt, allein die Lehre geht da ins Allgemeine und bleibt daher von der großen Menge derer, die Ohren haben und doch nicht hören, unbeachtet.

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 39. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/41&oldid=- (Version vom 17.7.2016)