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 Wer einmal bekannt hat, dem wird es leichter, öfter zu bekennen. Wer aber öfter, bei jeder Anfechtung und Sünde zum Bekenntnis gegen den einmal vertrauten Hirten seine Zuflucht nimmt, der wird durch wiederholte Stärkung und Tröstung immer mehr grünen und blühen und Früchte des Geistes bringen und je länger, je seltener Bekenntnis schwerer Sünden nötig haben.


 Manche Sünde ist überwunden, so wie sie nur einmal gestanden ist.


 „Wie manches Christenherz hat ein heimliches Anliegen, oder wird mit Erinnerung besonderer Sünden jämmerlich gequält und weiß weder aus noch ein. Solchen hat Gott zum Trost seiner Diener verordnet, in deren Schoß wir all unser Anliegen vertraulich werfen und denken sollen, wir haben es Gott allein persönlich entdeckt und in sein väterliches Herz hineingelegt.“


 Im Beichtstuhl kann man den schwachen Glauben stärken durch Gottes Verheißung, den glimmenden Docht nähren, das zerstoßene Rohr heilen. Hier sind die Herzen besonders empfänglich: drum kann man die Thale erhöhen, d. i. den Mangel an Vertrauen zu Gottes Liebe durch Anpreisung derselben ausfüllen: – man kann die Berge und Hügel d. i. das Selbstvertrauen, die Hoffahrt, welche vor dem Falle kommt, erniedrigen. Summa: wo gebeichtet,

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 44. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/46&oldid=- (Version vom 17.7.2016)