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I. N. J.

 Es beichten viele Menschen, ohne zu wissen, was beichten ist. Wenn einer auf seinen Acker geht, so weiß er allemal zu sagen, was er auf dem Acker thun will; und doch sind die Geschäfte, welche man auf dem Acker zu thun hat, nur irdische Geschäfte, auf welche für das wahre Heil des Menschen nicht das Meiste ankommt. Warum gehen denn die Leute zur Beichte – alle Jahr ein- oder zweimal, ohne zu wissen, was die Beichte ist; und doch ist die Beichte für die ewige Wohlfahrt des Menschen wichtiger, als säen und ernten und alle weltlichen Geschäfte! Ja, wenn sie nicht wissen, was sie in der Beichte thun, warum fragen sie der Sache nicht einmal nach? Ist man doch sonst so neugierig, nämlich in irdischen Dingen: warum nicht auch in himmlischen? Man sagt: „Unsre Vorfahren haben’s auch so gemacht: alle Jahre zwei Male sind sie in die Beichte gegangen. Wie die es gemacht haben, so machen wir’s auch,

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/5&oldid=- (Version vom 17.7.2016)