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und unsre Kinder desgleichen; wir wollen auch das christliche Werk vollbringen; weiter können wir nichts sagen, denn wir sind eben nicht so gelehrt!“ – Gut! Eure Vorfahren sind freilich auch zur Beichte gegangen zweimal, ja (merkt’s euch!) viermal im Jahr; aber sie wußten, was sie thaten – und ihr wisset es nicht; das ist der Unterschied. Sie wußten, was das für ein christliches Werk ist, die Beichte, und waren so viel gelehrt, als nötig ist, mit Segen zur Beichte zu gehen: und so viel gelehrt könnet und sollet ihr eben auch sein. Ihr saget immer, daß jetzt so eine aufgeklärte Zeit ist: und doch wisset ihr weniger, als eure Väter? Merket ihr nicht, daß eure Väter zum Himmelreich aufgeklärter waren, als ihr? Werdet doch darin, wie eure Väter! Denn was hilft’s, wenn ihr fürs Erdreich aufgeklärter seid, als sie, wenn ihr darüber die Weisheit verloren habt, welche selig macht? Das wäre ein schlechter Tausch, welcher Sterben nichts nützte, und euch noch in der Ewigkeit gereuen müßte! Ihr wisset ja, was geschrieben steht: „Was hülf’s dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, daß er seine Seele wieder löse?“ Matth. 16, 26.

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Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 4. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/6&oldid=- (Version vom 17.7.2016)