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schreibt Heinrich Müller, woher es kommt, daß bei so vielem Beichten so wenig Besserung ist? Im Beichtstuhl wird nichts gebunden, alles gelöst. Weil nichts gebunden wird, findet man wenige, die sich in die Schranke der Lehre und des Lebens JEsu Christi einbinden wollen. Weil alles gelöst wird, ist überall ein loses, wildes Leben. Das viele Lösen macht viel loser Leute; einer steckt den andern an, weil man die Herde nicht fleißig untersucht und das Räudige vom Gesunden scheidet.“ – Es ließen sich dicke Bücher drucken, wenn man nur die Aussprüche frommer Lehrer unsrer Kirche über die Notwendigkeit des Bindeschlüssels oder des Bannes wollte zusammendrucken. (S. z. B. Eckards gottgefälliges Beichten p. 164–200. Porta 682 ff. A. H. Francke kurzer und einfältiger Entwurf von den Mißbräuchen des Beichtstuhls p. 69–72.)


c. Wer wird gebunden?
c. Nicht gelöst, sondern gebunden werden: (S. Porta 692–994.)
α. Alle, welche hartnäckig und trotz ernstlicher Belehrung falscher Lehre anhangen und sie bekennen und verbreiten, dazu die reine Lehre der Kirche Gottes verleugnen, schmähen und höhnen.
β. Alle, welche in offenbaren Sünden trotz ernstlicher und wiederholter Vermahnung beharren,
Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Einfältiger Beichtunterricht für Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1900, Seite 82. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Beichtunterricht_(4._Auflage).pdf/84&oldid=- (Version vom 17.7.2016)