Seite:Wilhelm Löhe - Lebenslauf einer heiligen Magd Gottes aus dem Pfarrstande 2 Aufl.pdf/31

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redete, ohne daß sie es merkte, holdselige Worte der Wahrheit, welche ihr die Herzen gewannen.

 Weil man das so gar selten findet, und dagegen so gar oft an Jungfrauen und jungen Frauen eine bubenartige Freiheit oder weibische Ziererei tadeln muß; so habe ich mir längst vorgenommen, den wenigen, denen ich einen 2. Abdruck von Helenens Lebenslauf vermeinen kann und darf, einen Anhang beidrucken zu laßen, Stellen aus Helenens Briefen, unter dem Tittel: Stylus simplicitatis, Styl der Einfalt. Ob mirs gelingt, weiß ich nicht, denn ich muß ja die Stellen aus dem Zusammenhang reißen, in dem der Glanz der Einfalt weit milder und schöner leuchtet. Gelingt es nun auch nicht recht, so kann ich mich vielleicht bald bei Helenen entschuldigen; andere beleidige ich mit meinem Thun nicht. Ich gebe das Blatt keinem, der mir mein Vornehmen verargt. Was ich will, ist – weibliche Personen meiner Lebenskreise zur Einfalt reizen, sonst gar nichts. Den Preis weiblicher Einfalt, der schönsten, aber seltensten weiblichen Tugend meine ich durchaus und in allen nun folgenden Stellen. Sie haben sonst gar keinen Werth.