Seite:Wilhelm Löhe - Lebenslauf einer heiligen Magd Gottes aus dem Pfarrstande 2 Aufl.pdf/44

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

und mein trotziges Herz einen Sieg um den andern gewinnen und immer mehr einen freundlichen, sich gleich bleibenden Hauswirth an mir bekommen.“ – Darauf schrieb sie einfach:

 „Wenn Du kommst bin ich eben grade, wie mir es zu Muthe. Was ich Dir im ersten Brief geschrieben, schreibe ich Dir auch in den letzten, ich wünsche sehr immer ein offenes Buch zu sein gegen Dich, meinen lieben Mann; Dir will ich gern alles sagen. Gegen andere habe ich immer geschwiegen, was die liebe Mutter oft betrübt hat. Ich habe es nur dem lieben Gott gern gesagt, weil Er mich verstand und trösten konnte in Seinem Wort.“ –

 Es gelang ihr hernach auch wirklich, wie ich es wünschte.

 16. Am 13. Juni erkundigte sie sich:

 „Wie geht es Dir denn, mein Liebster? Bist Du traurig oder bist Du vergnügt in Gott? Deine Helene hat jetzt ziemlich viel zu thun. Ich möchte gern noch manches arbeiten. Aber vor allem möchte ich gern beten lernen ohn Unterlaß und kämpfen den Kampf des Glaubens und mit meinem Heiland immer inniger verbunden werden. Ich kann’s nicht begreifen, daß ich den HErrn noch so wenig lieb habe: es ist mir doch nicht schwer worden, Dich zu lieben, und beim Heiland wird mir’s so schwer. Der HErr erbarme sich unser und schenke uns die erste Liebe. Amen.“ –