Seite:Wilhelm Löhe - Lebenslauf einer heiligen Magd Gottes aus dem Pfarrstande 2 Aufl.pdf/46

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in die Hände kamen, gefunden, daß die ersten Wunden mit lachenden Reden und Neckereien geschlagen wurden. So wollen wir uns auch hüten, mit einander zu tändeln und zu spielen. Lieben wollen wir uns, aber wir wollen dabei das Wörtlein „ehren“ in der Auslegung des 6. Gebotes nicht vergeßen. Denn die Ehre ist eine Hüterin der Liebe und behütet sie, daß sie lebe und nicht untergehe. Wenn man mit einander spielt und tändelt, kann man nicht mit einander beten, und das bewirkt dann gewiß zuerst böses Gewißen, dann Oede und Leere, die leicht schlimmere Folgen für die Liebe hat. – Doch von Dir habe ich nichts zu fürchten.“

 Helene antwortete auf solche Naseweisheit des selbst noch jungen Pfarrers in ihrer Weise mehr als einmal, z. B.:

 „Mir aber gebe Gott, daß ich meinen Mann nicht allein liebe, sondern, daß ich mich auch recht oft erinnere, daß mein Mann ein Bild des rechten, hohen Hauptes Christi, um dessen willen ich Dich gern ehren will, und thun, was Dir gefällig ist. Dann wird der HErr geben, daß unsere Ehe eine christliche, göttliche Ehe ist.“
 „Der HErr lehre mich immer mehr auf Ihn vertrauen, denn Er ist unsere Hülfe. Er bleibe unsere Zuversicht für und für, so werden wir Ihm danken und Seine Liebe preisen ewiglich! Gott sei mit Dir, den ich täglich mehr liebe und ehre, und behüte Dich, mein Liebster. Wir sind im HErrn verbunden, unsere Liebe wird nicht aufhören, dafür wollen wir danken!“ –