Seite:Wilhelm Löhe - Predigten für die festliche Hälfte des Kirchenjahres.pdf/185

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Fürchtet euch also nicht, ihr Lieben, die ihr des Vaters Liebe und alle Seine Güte fühlt, die ihr durch JEsum in Ihm und Ihn in euch spürt: fürchtet nicht, Ihn zu verlieren! JEsus Christus, der Gerechte, dem nichts abgeschlagen wird, hat für euch gebetet, betet noch für euch, daß ihr in Seiner Liebe, in Seinem Namen, in brüderlicher Einigkeit verbleibet! Es wird erfüllt, freuet euch! Ihr sollt ans Ende eures Glaubens kommen zu der Seelen Seligkeit, ihr sollt nicht verloren werden! „Ich will,“ so antwortet auf das Gebet des ewigen Hohenpriesters der Vater, „ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet. Ich will es thun, ich will heben und tragen und erretten!“ (Jes. 46, 4).

 d) Ist das nicht ein herrlicher Gewinn der Fürbitte unseres HErrn JEsu? Freut ihr euch, geliebte Seelen, nicht, daß ihr einen solchen Heiland habt, der solches für euch erbittet? – Wenn ihr euch freuet, so werde eure Freude vollkommen, wenn ihr am Ende des hohenpriesterlichen Gebetes JEsu höret, wie ER, gestützt auf Sein Verdienst, welches vollgültig zu machen ER in den Tod ging, wie ER mit Worten, eines majestätischen Fürbitters würdig, betet: „Vater, Ich will, daß, wo Ich bin, auch die bei Mir seien, die Du Mir gegeben hast, daß sie Meine Herrlichkeit sehen, die Du Mir gegeben hast!“ Hört ihr den Beter beten, von dessen Gebeten kein Wort auf die Erde fällt? Seine Auserwählten sollen ewig sein, wo ER ist, – daheim sein bei Ihm! Im Frieden ist ER, kein Unfrieden reicht zu Seinem Frieden, – auch die Seinen sollen bei Ihm sein! In der Freuden Fülle wohnt ER, Gehölz des Lebens wächst auf Seinen Fluren und Wasser der Beruhigung, Lebenswasserbrunnen, bewässern Seine grünen Auen, – dort wohnt ER, dort sollen wir auch wohnen und Ihn selber schauen! Aus Glauben in Schauen, aus Hoffen in Haben sollen wir gehen!

Seine Augen, Seinen Mund,
Den Leib, für uns verwundt,
Das sollen wir alles schauen
Und innig herzlich grüßen
Die Mal’ an Händen und Füßen.