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Am 2. Sonntag nach Epiphanias.
(Altdorf 1836.)


Hebr. 4, 14. Dieweil wir einen großen Hohenpriester haben, JEsum, den Sohn Gottes, der gen Himmel gefahren ist, so lasset uns halten an dem Bekenntnis.

 Nachdem wir heute vor acht Tagen das Prophetenamt Christi betrachtet haben, betrachten wir heute Sein priesterliches Amt. Wie wir aber vor acht Tagen voran angaben, was alles zum prophetischen Amte gehöre, und dann bewiesen, daß alle einzelnen Stücke auf Christum paßten, daß ER also ein wahrer Prophet, ja nach Lage der Dinge der größte Prophet ist, so wollen wir auch die Geschäfte des Priestertums und zwar des Hohenpriestertums zuvor benennen, um dann zu sehen, ob Christus die einzelnen Geschäfte des Hohenpriestertums in sich vereine und ein rechter, wie unser Text sagt, ein großer Hoherpriester sei. Die Geschäfte des Hohenpriestertums sind aber Opfern, Fürbitte für das Volk, Segnen. Von diesen Geschäften ist ein jedes so wichtig, daß wir, um es zu betrachten, zu jedem eine eigene Predigt haben müssen. Wir reden also heute zunächst von dem Opferamte Christi, welches ohnehin unter den drei verschiedenen Ämtern eines Priesters dasjenige ist, welches Ihn eigentlich zum Priester macht.

 Dies zu thun, beantworten wir uns kürzlich folgende Fragen:

1. Was ist ein Opfer?
2. Was für ein Opfer bedürfen wir?
3. Kann Christus ein solches Opfer leisten?
4. Hat ER’s wirklich geleistet?