Seite:Wilhelm Löhe - Predigten für die festliche Hälfte des Kirchenjahres.pdf/444

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Greift zu, nehmt hin, nehmt hin, Frieden mit Gott, Frieden vor eurem Gewissen, vor Sünden und Strafen! Nehmt hin, Friede sei mit euch! – O du ewig guter Heiland, Dank sei dir für die Füße der Boten, welche auf den Bergen sind und rufen: Friede, Friede! Du kommst, Dein Geist kommt mit ihnen und ihrer Stimme! Freude, Freude! Alle Bäume sollen in die Hände klappen, alle Gräser und Kräuter sollen Stimmen haben und sagen: Der Friede, der Friede kommt, willkommen Friede! Friede auf Erden und Ehre in der Höhe!


IV.

 JEsus Christus spricht im Evangelium weiter: „Nicht gebe Ich euch, wie die Welt giebt!“ Nicht spreche Ich zu euch: „Meinen Frieden gebe Ich euch!“ wie die Welt, Mein Gruß ist nicht, wie ein Gruß der Welt. Wenn die Welt grüßt, so meint sie es oft nicht so, es geht ihr nicht vom Herzen, aber Mir geht es vom Herzen, spricht Christus, Ich habe euch je und je geliebt. Wenn die Welt spricht: „Friede sei mit euch!“ so hilft’s nichts in den meisten Fällen, sie kann ja das nicht verschaffen, was sie unter dem Frieden versteht, es bleibt bei den Worten. Bei Mir ist es anders, spricht Christus, bei Mir sind es nicht bloß Worte, wenn Ich jemand mit Frieden grüße. Wenn Ich mit dem Munde Frieden spreche, so habe Ich gewiß den Frieden in der Hand und die Hand und den Frieden schon ausgestreckt, ihn zu geben. Ich thue, was Ich sage, Meine Worte sind Geist und Leben und Wahrheit, Ich bin auch der Allmächtige und thue, was Ich sage. „Friede sei mit euch!“ heißt bei Mir: Hebe dein Haupt auf, Ich habe die Krone des Friedens in Meiner Hand und setze dir dieselbe auf. Wenn die Welt sagt: „Friede sei mit euch!“ und sie meint es gleich aufs treuste, ja, sie hat auch einmal von oben her die Macht empfangen, zu geben, was sie wünscht: was ist es denn mit ihrer Gabe? Sie hat nur Weltliches, Irdisches, Äußerliches, Wandelbares, Vergängliches, es ist weltlich ihre Gabe, darum hilft es dem Geiste nicht, sie ist irdisch, darum hilft sie für den