Seite:Wilhelm Löhe - Sieben Vorträge über die Worte JEsu Christi vom Kreuze.pdf/129

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 Wir haben oben gesagt, daß seit dem „Es ist vollbracht“ des HErrn das neue Lied der Seligen in der Ewigkeit begonnen habe, und gewis, diese Behauptung beruht auf einer Schlußfolge aus dem Worte JEsu: „Es ist vollbracht.“ Das Vollbringen JEsu hat eine allseitige Wirkung, Sein gelungenes Werk der Versöhnung muß an allen Orten der Herrschaft Gottes gespürt worden sein. Ist die Versöhnung gelungen, so ist eben der ewige Vater versöhnt, der Friede im ewigen Vaterhause hergestellt, Friede ist in ihm. Wenn auch dem Frieden noch an unzähligen Orten Geltung zu verschaffen ist, und der kleine Krieg noch an allen Orten und Enden wider die Feinde fortdauern muß, die zwar weichen, aber noch im weichen fechten, so ist doch bereits die entscheidende Schlacht unwiederhintertreiblich gewonnen und das Panier des Sieges und des Friedens auf den Zinnen der obersten Burg des HErrn aufgesteckt, es ist einmal da Friede, wo zuerst Friede sein muß, in der Höhe, das andere wird werden. – Ist aber Friede im Himmel, dann ist auch Ehre in der Höhe. Hat Gott Seinen Zweck erreicht, so wird bei Seinen Engeln und Auserwählten Dank, Ruhm und Preis nicht fehlen, und die Harmonien der ewigen Chöre müßen nun wie großer Waßer Rauschen von Ewigkeit zu Ewigkeit erklingen. Je höher und tiefer die Einsicht der seligen Geister in das Unglück der Sünde und in die Wonne des ewigen Reiches ist, desto mehr müßen sie sich durch das „Es ist vollbracht“ des HErrn ewiglich gedrungen und getrieben fühlen, sich und alle Creatur demüthig in den Staub zu legen und Dem die Ehre zu geben, Dem sie allein gebührt. So sähen wir also, daß die Behauptung von